Der Ruf des Meeres

Juni 16, 2009

Ich kann nicht mehr schlafen. Es reißt mich aus dem Bett mit einer unglaublichen Sehnsucht- der Sehnsucht nach dem  Glitzern, dem Rauschen – nach dem Meer… Es ruft mich – komm… komm…und ich taumle hoch, gehe ins Bad. Unter der Dusche – da fällt mir ein: wie? Wie willst du dort hinkommen? Es geht nicht. Nichts geht mehr…Die Sehnsucht zerreißt mich. Ich will nach Hause…

Was hast du gesagt, Henry? „DU MUSST LERNEN, DICH ZU LIEBEN!“

Ach Henry…

Ich habe ihn gestreichelt, meinen armen, geschundenen Körper – gezeichnet mit Narben vom Kopf bis zu den Beinen – habe ihn getröstet wie ein kleines Kind – mich entschuldigt  für  das, was ich ihm angetan habe, weil ich doch immer so ungeduldig war, so ärgerlich, wenn er nicht so funktionierte, wie ich es wollte. Habe seine Proteste einfach überhört – habe einfach geglaubt, dass mein Wille stärker ist als er…Es tut mir leid, mein armer Köper; es tut mir so leid… du bist am Ende…

Selbst als ich die Möglichkeit hatte – wo es so wunderbar bergauf ging… die Metastasen verschwanden… selbst da habe ich deine Bedürfnisse ignoriert – war so sehr auf das gesund werden fixiert, dass ich die Liebe einfach vergessen habe… Die Liebe zu mir.

Vergessen…?

Sie sind wiedergekommen, die Metastasen – gewaltiger als zuvor – explodiert sind sie in meinem Körper, meinem armen Köper, der so wenig Liebe erfuhr. Er ist müde, er ist traurig. Was habe ich ihm angetan…

Das Meer ruft – so laut…

Gib mir noch einmal, noch ein einziges Mal die Möglichkeit, mich lieben zu lernen. Denn wenn ich gehen muss, will ich in Frieden gehen – und mich in Liebe verabschieden von meinem Körper, der mich so wunderbar gestützt hat – begeleitet hat… einmal noch hole mich heraus aus diesem tiefen Loch und lass es mich versuchen. Aus ehrlichem tiefstem Herzen versuchen die Liebe zu mir zu finden.

Danach will ich gehen – dann bin ich bereit.


Es ist vorbei.

Barbara Rudnik hat ihr Leben – dieses Leben zu ende geführt. Und ich wünsche von Herzen, dass sie in Frieden und dass sie ohne Schmerzen gegangen ist.

Warum ist sie gestorben? Mit dieser Frage haben Menschen meine Seite gefunden.

Warum?

Sie hat gekämpft. Jeder Tag, so konnten wir lesen, war ein Tag des Überlebens, des Kampfes gegen die Krankheit. Er war stärker, der Krebs. Gnadenlos hat er sie zerstört, hat er ihrem Leben das Ende gesetzt. Darum ist sie gestorben. Einen Kampf ums Überleben, den kann man bei dieser Erkrankung nicht gewinnen.

Ich habe sie nicht gekannt – als Mensch – als Schauspielerin, ja – und ich habe sehr viel Sympathie für sie empfunden, so, wie sie sich darstellte. Aber dieses Leben ist vorbei – unwiderruflich vorbei. Sie ist diesen Weg gegangen; es sollte wohl so sein.

Nehmen wir Abschied von dieser Frau,  deren Leidensweg wir eine zeitlang mitverfolgen konnten. Sagen wir: Leb wohl, Barbara – gehe in Frieden.

Aber auch, wenn dein Körper jetzt den Weg allen irdischen geht, ich weiß es, deine Seele wird weiter unter uns sein.

Nimm Abschied von deinem Körper, liebe Seele, nimm noch einmal die Liebe auf, mit der du verabschiedet wirst, frei von Krankheit und Schmerz – gehe in Frieden.

Leb wohl

Da ist es, das Jahr 2009.

Ich habe lange nicht geschrieben – nicht etwa, weil es nichts zu schreiben gegeben hätte – oh, nein – ich konnte es einfach nicht. Ich habe das Gefühl, ich bin im freien Fall – mitten im Nirgendwo - umgeben von Riesenwolken aus Schmerzen und Albträumen, die mich einfach nicht mehr gehen lassen wollen.

Es war wohl nach der ersten Woche des Neuen Jahres – meine Vermieterin hatte mich angerufen und mich gebeten, sie zu den Stadtwerken zu begleiten. Dort war es das erste Mal, dass ich merkte, wie meine rechte Hüfte mal wieder muckte. Das hatte ich ja schon mal… so ganz zu Anfang… spät Nachmittags war ich dann noch einmal kurz bei den Nachbarn – auf dem Rückweg fiel mir auf, dass selbst ein bisschen Schnee mein Gehvermögen erheblich einschränkte – mit Mühe erreichte ich das Haus, schleppte mich ins Wohnzimmer auf die Couch – ein gellender Schmerz – und von da an ging nichts mehr – ich konnte nicht mehr gehen – ein Wahnsinnsschmerz durchzog meine Hüfte und mein Bein – aus… das war’s…

Traumal schluckte ich… literweise… den nächsten Tag dämmerte ich vor mich hin, immer in der Hoffnung, es würde besser werden. Einen Tag später rief ich dann beim Onkologen an: ich glaube, mein Gammanagel ist aus dem Gelenk gerutscht – es tut wahnsinnig weh. – Da können wir Ihnen aber nicht helfen, kommt die Antwort der Telefonistin, wir sind eine Gynäkologische Station, da müssen Sie schnellstens in die Universitätsklinik…

ACH!!!! MUSS ICH???? Die Universitätsklinik ist für mich ein rotes Tuch – Sie nennt mir noch ein anderes Krankenhaus – Ich rufe dort an – ein Rettungswagen wird geschickt – mit Mühe holen sie mich aus der Wohnung, jede noch so kleine Bewegung tut unglaublich weh.

Im Krankenhaus angekommen werde ich sofort geröntgt – tja…der Nagel sitzt einwandfrei… Sie nehmen mich stationär aus, weil ich völlig unfähig bin, zu gehen. Blut wird entnommen – sie stellen einen unglaublich hohen CRT – Wert fest, der klar zu erkennen gibt, dass ich eine heftige Entzündung im Körper habe … ich bitte sie, sich meinen Port anzusehen, weil er schmerzt. Das lehnen sie ab, das wäre völlig unerheblich – Metastasen können sie am Oberschenkel nicht mehr erkennen… na, wenigstens das ist eine gute Nachricht… Am nächsten Tag wird mir gesagt, dass sie nichts mehr für mich tun können – um eine CT – Untersuchung machen zu können, muss ich eine Überweisung von Hausarzt haben. Klar, sage ich – was sagten Sie, wie komme ich dahin? Achselzucken – am nächsten Tag holt mich meine Freundin im Rollstuhl aus dem Krankenhaus – Mittlerweile bin ich so voll gepumpt mit Schmerzmitteln, dass ich sogar ein, zwei Schritte gehen kann – das lässt mich hoffen…

Es ist Wochenende – ich liege auf dem Sofa – die Schmerzen sind natürlich wieder da, und jetzt kommt noch Fieber dazu, das bis zum abends regelmäßig auf weit über 39 steigt. Ich friere und brauche eine Wärmflasche, die hilft mir aber überhaupt nicht, denn jedes Mal, wenn sie mein rechts Bein berührt, wo anscheinend die Entzündung steckt, tut es wahnsinnig weh.

Montags rufe ich beim Hausarzt an – jau… am Wochenanfang keine gute Idee, aber es muss sein – Er wird kommen, sagt die Sprechstundenhilfe am Telefon – ich kann Ihnen aber sagen, dass es wohl spät werden wird, er hat jetzt schon sehr viele Hausbesuche zu machen.

Abend um 21.40 Uhr kommt er, der Gute – und macht sich einen Kopf, wie wir das am besten regeln können. Um 22.30 Uhr hat er alle angerufen, die angerufen werden mussten, hat mir ein Bett in der Uniklinik besorgt – ja, es geht leider nur die – hat einen Rettungswagen beauftragt, mich am nächsten Morgen abzuholen, hat sämtliche Papiere ausgefüllt – aumann, ein toller Arzt…

Machen wir es kürzer… Uniklinik… es wird ein CT gemacht, es wird ein großer Erguss im rechten Hüftgelenk festgestellt, er wird unter dem CT punktiert – das Ergebnis wird in einer Woche da sein, meiner Bitte, sich doch einmal meine Port anzusehen, wird nicht entsprochen, eins nach dem anderen, sagen sie.. der blaue Fleck neben dem Port ist unerheblich… auch, dass es dort unangenehm piekst und schmerzt – ich kann am nächsten Tag nach Hause… Mein Sohn und meine Freundin holen mich mit dem Rollstuhl ab, da ich noch immer nicht laufen kann – aber das soll sich ja geben… sagen sie…

Eine Woche später bin ich zur Nachuntersuchung wieder dort – werde mit Schmerzmitteln abgefüllt – zum Röntgen gebracht – es ist bestialisch. Erst, als ich die MTA, oder was immer sie auch darstellte, anschreie, dass ich auf die Untersuchung verzichte, weil ich vor Schmerzen nicht mehr kann, wird sie einsichtig und schafft es, das ganze relativ schmerzfrei über die Bühne zu bringen – anschließend soll geschallt werden – um zu sehen, ob sich noch ein Abszess im Bein gebildet hat…Die Schmerzmittel wirken… der Arzt reibt und reibt und reibt über meinen Oberschenkel, der vollkommen entzündet ist, wo sich bereits die Knochenhaut entzündet hat – findet nichts.. holt einen anderen Arzt… der schallt und schallt und schallt…sie finden nichts… die Gewebeprobe hat auch nichts ergeben… ich darf gehen.

Auf dem Heimweg sammle ich noch meinen Sohn auf – wir kommen zu Hause an, und als ich aussteigen will –schlagartig, hören die Schmerzmittel auf, zu wirken. Mein Bein schlackert, ich habe keinen Halt mehr, mein Sohn schleppt mich zum Sofa, und dann bricht ein wahres Schmerzinferno los. So etwas hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt. Ich liege dort und brülle vor Schmerzen – ich kann gar nicht anders, jedes Mal, wenn ich den Mund öffne, höre ich meine Schmerzschreie – laut und fürchterlich – und dann sehe ich, wie mein Kind am Tisch kniet, völlig verängstigt und betet und vor lauter Angst nicht mehr aus noch ein weiß. Wie gerne würde ich jetzt beruhigen, aber es geht nicht, ich schreie und brülle und kann nicht aufhören. Mein Kind füllt mich mit Schmerzmitteln ab – nach einer gefühlten Ewigkeit schlafe ich ein.

Drei Tage – drei ganze Tage dauert es, bis ich mich überhaupt wieder bewegen kann, bis ich auf meinen Krücken wieder den erbärmlichen kleinen Schritt vom Rollstuhl zur Toilette machen kann – drei Tage esse und trinke ich so gut wie nichts, damit ich mir diesen Gang ersparen kann – drei Tage Dämmerzustand.

Danach rufe ich bei meinem Onkologen an, verlange ausdrücklich, ihn zu sprechen, erkläre ihm den Sachverhalt, mache klar, dass ich nicht wieder in die Uniklinik gehen werden, verlange Unterstützung von ihm – ansonsten breche ich alles ab.

Ein paar Stunden später sitze ich bei ihm und erlebe, wie er stundenlang versucht, Informationen von der Uniklinik zu bekommen… sie blocken – sind beleidigt – nichts..

Der Port schmerzt…

Zu Hause packe ich mir Chinosolcreme auf den Port, einen dicken Verband drum herum – am nächsten Tag ist der Verband vereitert – ich habe dort eine offene Wunde – mein Bein tut erheblich weniger weh…. Die Wunde schließt sich wieder… das Bein schmerzt wieder mehr…Wieder Chinosol drauf… Dicker Eiter kommt raus… mein Bein schmerzt kaum noch – Meine Lebensgefährte will den Verband wechseln – bekommt große Augen… er kann den Port bereits sehen – und ich ahne, was kommen wird…

Der Onkologe schickt mich – natürlich – in die Uniklinik – es geht nicht anders – sie ist hier die einzige Anlaufstelle für Notfälle – wir stehen vor der Tür, eine Frau öffnet – ich sage ihr, dass meine Port entfernt werden muss… Wie kommen Sie darauf, fragt sie schnippisch…Ich schweige… sehe ihr in die Augen… so lange, bis sie mich auch ansieht – Sie werden sich jetzt meinen Port ansehen, hören Sie? Und danach, wenn Ihnen dann noch immer danach zumute ist, fragen Sie nochmals!

Nachts um 22.40 Uhr werde ich in den OP gefahren und unter lokaler Betäubung operiert. Um Mitternacht bin ich wieder zu Hause. Mit einer großen Wunde, die sie nicht völlig vernähen konnten, weil sich unter dem Port ein riesiger Eiterherd befand, der gespült werden muss. Das macht mein Onkologe – und die Wunde, die so aussah, als ob sie nochmals genäht werden müsste, sie ist von alleine verheilt.

Nächste Woche muss ich zum MRT wegen meines Oberschenkels – ich bin jetzt bei einem sehr guten Orthopäden in Behandlung. Gut, die letzten zwei Wochen hätte ich mir auch sparen können – da war bereits eine MRT, aber woher sollte ich wissen, dass, obwohl nur der Oberschenkel untersucht werden soll, ich vollständig in diese enge Röhre muss? Dass ich eine halbe Stunde mit nach oben gestreckten Armen da liegen muss? Ich bekam Panik – es wurde alles abgebrochen – nächstes Mal werden sie mir vorher Valium geben – auf dass es hilft… Wünscht mir Glück…

Vermutlich werde ich danach doch operiert werden müssen – aber auch das ist mittlerweile ok – ich halte diese Schmerzen einfach nicht mehr aus – ich bin zermürbt, möchte mich am liebsten irgendwo verkriechen – habe den Kontakt zu allen erst einmal abgebrochen, weil nichts mehr geht – ich kann einfach nicht mehr.

Ich habe nur einen Wunsch: ich möchte einfach wieder gehen können – ohne Krücken und ohne Schmerzen.

ein neues Jahr

Dezember 30, 2008

Es ist mal wieder soweit – das Jahr neigt sich dem Ende zu – unwiderruflich geht es den Weg allen irdischen – es wird gehen – uns in Erinnerung bleiben als gute oder schlechte Zeiten – und wenn nach eigenem Ermessen nichts besonderes passiert ist, dann hinterlässt es einen eher schalen Beigeschmack nach dem traurigen Nichts – dem schlechten Gewissen, dass wir schon wieder nicht getan haben, was wir hätten tun sollen oder wollen. Was auch immer – wir können es nicht wiederholen, nicht rückgängig machen – morgen Nacht wird das alte Jahr sterben und nur noch Erinnerung sein.

Und kaum, dass es gestorben ist, da feiern wir das Neue Jahr – frisch geboren und heftigst vorbelastet. Wir wünschen uns alles Gute und wissen doch tief in uns, dass nichts mehr gut werden kann. Zu tief stecken wir im Moder – der ganze Globus brodelt und kann doch nur noch notdürftig geflickt werden. Was machen wir uns denn eigentlich vor? Was soll denn noch gut werden? Für den Einzelnen – klar – da kann es Einschneidendes geben – ob positiv oder negativ, das sei dahin gestellt.

Aber die Welt in der wir leben, die Welt, der wir verpflichtet sind, sorgsam mit ihr um zu gehen – diese Welt geht sang und klanglos – wie sagen wir so schön? Den Bach runter geht sie, durch Umweltverschmutzungen – durch Raubbau – durch Kriege…

Und wenn noch so viele Wissenschaftler neue Erkenntnisse produzieren, es ist nur die Hoffnung, uns zum Stillhalten zu bringen – wo unser Leben doch so danach ausgerichtet ist, immer nach den neuesten Erkenntnissen zu leben – klar – das ja „in“…

Und wenn auch so viele Menschen sich biologisch gesund ernähren wollen – ja, wie denn? Wo unser Boden, unsere Luft und unser Wasser unter dauernder Vergiftung zu leiden haben? Und selbst, wenn es ginge – wenn! – so könnten doch bei weitem nicht alle Menschen ausreichend ernährt werden können – biologisch gesund ernährt werden können…Aber das ist uns ja eigentlich auch egal, nicht wahr? Hauptsache wir können es uns leisten.

Komisch – diese Denkstruktur durchzieht eigentlich alle Köpfe… diese Sankt Florians Prinzip… egal, wen es trifft… Hauptsache nicht mich…Ahso.. deshalb regen wir uns auch nicht über die Politiker auf, die schon lange nicht mehr in unserem Interesse regieren – deren einziges Interesse ihr Machterhalt ist – ungefähr so, wie bei allen anderen so genannten Grossen, Reichen – Prominenten – ihr Leben ist zu einer einzigen großen Orgie geworden – mit uns als Zuschauern, die hin und wieder versuchen, einen Bissen zu ergattern – deren einziger Traum es ist, an dieser Orgie teilnehmen zu dürfen.. irgendwann einmal.. vielleicht…

Ist es das, was wir uns wünschen mit dem Ausspruch: alles Gute fürs Neue Jahr? Wünschen wir uns, mitfeiern zu können, während die Welt um uns herum zerbricht?

Dann macht so weiter – feiert euren eigenen Untergang – die großen, alten Kulturen haben es uns ja erfolgreich vorgemacht – die Chinesen – die Ägypter – die Römer… die Geschichte wiederholt sich eben. Lasst uns unseren Untergang feiern – lasst uns feiern, dass wir uns erfolgreich selbst zerstören. Und glaubt bloß nicht daran, dass ich geheilt wurde – sowatt gibbet nich… schaut euch diese Seite an und wartet darauf, dass ich sterben werde – werde ich mit Sicherheit – wie jeder andere Mensch auch – und in vielen, vielen Jahren, wenn ich dann tatsächlich diese Leben beende, dann könnt ihr triumphierend sagen: ha! Ich hab’s doch gewusst!

Wenn die Welt dann noch so ist, wie sie jetzt ist…

Na, denn – 2009 – ich heiße dich willkommen.

Weihnachten

Dezember 11, 2008

Was für ein wunderbarer Nachmittag ist das heute…

…wenn ich ehrlich bin… die ganze letzte Zeit war schön – kein Streit, kein Gequake, kein Stress – ich lasse mich einfach nicht mehr stressen…

Ich lasse mich auch nicht mehr ärgern – warum auch – es ist ja alles nur ein Spiel, was hier läuft – ein recht eigenartiges Spiel, zugegeben, aber so soll es ja sein. Hier zuhause genießen wir einfach die schöne Zeit. Es ist Adventszeit. Und zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich auf Weihnachten – zum ersten Mal in meinem Leben schenke ich mit Freuden. Ich genieße diese Zeit und ich wünsche mir, dass es so weitergehen wird, dass sich meine Wünsche erfüllen werden, dass ich meinen Weg gehen werde, so, wie ich ihn gehen sollte.

Ich spüre die Hektik um mich herum – sie haben alle keine Zeit, sie müssen schmücken, kaufen, feiern… müssen sie wohl… wir selbst haben nicht geschmückt. Wir wollen es alle nicht. Das friedliche Gefühl in uns ist so überwältigend stark, dass wir nichts mehr benötigen, um uns auf den Heiligen Abend vorzubereiten. Ich freue mich unglaublich darüber, dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist – dass ich wegen einer Portentzündung seit 4 Wochen keine Therapie mache – die Entzündung ist jetzt weg, aber einen Termin bei meinem Onkologen zu bekommen.. auweia.. ach, was soll’s, mir geht es gut – die anderen brauchen ihn notwendiger. Er ist ein feiner Mensch, mein Onkologe – schön, dass es solche Menschen wie ihn auch gibt – so einfühlsam und doch so voller Leben. Ein Mensch, der seine Schultern zum Anlehnen anbietet – sie brauchen ihn mehr als ich – ich habe ja eine Schulter – achwatt, viele Schultern hab ich, an die ich mich anlehnen darf, wenn ich will. Ich muss nicht mehr die Starke spielen, ich bin sie jetzt – mit dem sicheren Hintergrund, geborgen zu sein, weinen zu dürfen, wenn mir nach weinen zumute ist, schwach sein zu dürfen, wenn ich schwach bin – ja, da ist es so einfach, wirklich stark zu sein. Ich bin aufgestanden, erwacht aus einem langen Schlaf. Ich darf noch einmal von vorne anfangen….

Am ersten Weihnachtstag werde ich, ganz für mich alleine, eine Kerze anzünden und meine Wiedergeburt feiern – mein zweites Leben, ich darf es in diesem ersten Leben erleben…

Was passiert mir? Es ist so unfassbar schön und friedlich – und das wünsche ich euch auch, euch allen, die ihr hier lest – ich wünsche euch aus ganzem Herzen, dass Weihnachten das für euch wird, was es sein sollte – die Erinnerung an den einen, der damals geboren wurde, um uns zu zeigen, wie schön das Leben sein kann. Holt sie hoch, die Erinnerung – sie steckt in euch, weitergegeben über Generationen, tief in euren Herzen.

und auch für meinen wunderbaren Schutzengel, für meinen Indianer

Frohe Weihnachten

Die Wechseljahre

November 17, 2008

Was für ein Leben… da haben wir gelernt – haben einen Beruf – naja… hoffentlich (oder wenigsten einen Job)…haben die so genannten wilden Jahre hinter uns gelassen…. sollten mit beiden Beinen mitten im Leben stehen – und da erwischt es uns – die Wechseljahre – diese Zeit, in der uns plötzlich klar wird, dass wir unser Leben nicht wirklich gelebt haben – dass da noch etwas fehlt. Wir wissen nicht, was es ist, aber wir fangen an, zu suchen – nach dem Sinn.

Und statt in der Gegenwart zu suchen blättern wir in unserer Vergangenheit. War das nicht schön, damals? Da waren wir jung, da haben wir gelebt – und es war früher viel besser – viel besser…

Aber was ist denn dann falsch gelaufen in diesem Leben – wenn die Jungend so schön war? Haben wir die Schönheit nicht erhalten? Und wenn sie schrecklich war – warum haben wir dann nicht dafür gesorgt, dass es besser wurde? Denn das haben wir nicht – sonst wären sie nicht da… die Wechseljahre mit all ihren Zweifeln – mit ihren Irrungen. Irgendwie sieht es fast so aus, als ob wir nichts in unserem Leben gemacht haben, was wir eigentlich hätten tun können… aber was?

Meine allererste Kundin – eine gestandene Frau Ende 50 – sie war faszinierend…Sie hatte keinerlei soziale Absicherung, verdiente sich als Scheinselbständige ihr Geld. Genauer gesagt, sie war Verkäuferin in einem großen Kaufhof. Der Umsatz wurde vorgegeben – natürlich so hoch, dass er nie erreicht werden konnte – das gab Ende des Jahres Abzüge von der Pauschale, die monatlich ausgezahlt wurde – die Krankenversicherung musste von ihr selbst getragen werden… es gab keinen bezahlten Urlaub… Alle 2 Jahre zog sie um, weil die Wohnung zu teuer wurde… und trotzdem – sie war zufrieden mit ihrem Leben. Wechseljahre – klar, sagte sie, musste sie wohl schon gehabt haben. Aber Schweißausbrüche, Depressionen, Stimmungsschwankungen… das Gefühl, etwas verpasst zu haben – nein, das hatte sie nie gehabt. Stundenlang konnte ich ihr zuhören, wenn sie erzählte – von ihrer Vergangenheit, in der sie umhergewandert war… ruhelos – dachte ich damals – aber nein, sie war nicht ruhelos. Sie hörte auf ihre innere Stimme – auf ihren Bauch – und ging ihren Bedürfnissen nach – so, wie sie kamen. Sie trägt den gleichen Vornamen wie ich – wer weiß…

Als mein Onkel von diesen Wechseljahren erwischt wurde kam ihm der geniale Gedanke, dass Vogelfutter, sprich Körner die einzig wahre Nahrungsquelle seien. Mit Sicherheit hatte er irgendeinen wissenschaftlichen Beitrag gefunden, der ihn in seiner Meinung bestärkte… Die gesamte Familie legte immer sehr viel wert auf wissenschaftliche Erkenntnisse. Das merkte ich immer daran, dass sich irgendetwas im Haus grundlegend änderte. Naja…. Jedenfalls war mein Onkel konsequent. Er mümmelte die Körner solange, bis seine Gesichtszüge wirklich fatalerweise an einen Geier erinnerten. Da mein Onkel aber ein entschiedener Frauenheld war und die Damen dieses Äußere nicht wirklich attraktiv fanden, entschied er sich, diesen wissenschaftlichen Beitrag aus seinem Leben zu streichen – kramte nach einer neuen Erkenntnis und fing an, seinen Bedarf mit Müsli (und einem Hund – der wahrer Mann hat einen wahren großen Hund)zu decken. Ok , wenn es ihn glücklich gemacht hat…

Damals, als ich von der Intensivstation auf die normale Krankenstation kam, das sagte ein Arzt zu mir: „Wir haben Sie in die Wechseljahre geschickt“. Aha… ich war gespannt, was kommen würde – es kam nichts… einfach nichts… keine Hitzerwallungen, keine Stimmungsschwankungen – und schon gar nicht der Wunsch, noch einmal jung zu sein – es noch einmal versuchen zu dürfen. Nein – warum? Diese Zeit ist nicht meine Zeit, nicht die Zeit, in der ich aufgewachsen bin – die ich niemals so verstehen könnte, wie ich sie früher verstanden habe. Ich habe sie gehabt – ich habe sie voll ausgekostet – in guten Zeiten wie in schlechten, und das tut gut. Diese Erfahrungen möchte ich im Leben nicht missen – in diesem Leben – das mich zu dem gemacht hat, was ich bin. Ich bin zufrieden damit, ich habe daraus lernen dürfen – und es war nicht wenig…

Mein Leben – dieses eine Leben, es ist so unendlich kostbar – so kostbar wie jedes andere Leben auch – ich liebe mein Leben und ich werde die 30 Jahre, die ich noch vor mir habe mit allen Sinnen genießen – jeden Tag werde ich etwas neues sehen, etwas neues lernen, etwas neues fühlen, etwas neues erkennen, und darauf freue ich mich. Es ist mein Leben – nur für mich – nicht um anderen zu zeigen, wie großartig ich bin – dass könnten wir alle sein… nicht, um Gleicher unter Gleichen zu werden… ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat:

Der Mensch ist bei der Geburt ein Unikum und am Ende seines Lebens eine Kopie

Nein, Nein… ich bin ein Mensch, aber niemals werde ich eine Kopie werden! Niemals wird es jemanden geben, der auch nur annähernd so ist wie ich! So, wie ich bin, das ist einmalig – so, wie jeder Mensch sein könnte, wenn er wollte… einmalig – unverwechselbar… liebenswert. Wir alle haben unsere Chance, unser Leben nach unseren Wünschen zu leben – nehmt sie wahr!

horcht mal:

http://de.youtube.com/watch?v=sEbgB6X6S5c

http://www.oekosophie.de/index.html

Mit freundlicher Erlaubnis – nochmals herzlichen Dank

Wenn ein Mensch etwas vollbringt, das alle in Erstaunen versetzt, dann sagt man, es ist wunderbar; aber wenn wir den Wechsel von Tag und Nacht beobachten, die Sonne, den Mond und die Sterne am Himmel und die Abfolge der Jahreszeiten auf der Erde verfolgen, die die Früchte reifen lässt, dann muss jedem klar werden, dass dies das Werk eines Wesens ist, das größer ist als der Mensch.

Mourning Dove, Salish

An die Schöpfung

November 1, 2008

Hier sitze ich nun. Es ist Samstagabend. Ein wunderschöner, friedlicher, harmonischer Abend – herrlicher Abschluss eines wunderschönen Wochenendes. Nichts Störendes kam auf – wir haben unser Leben in vollen Zügen genossen. Wunderbare Gespräche hatte ich mit zwei wunderbaren Frauen. Reiner Hochgenuss…Eine warme Email, deren Schreiber mir bei ihrem Lesen den Arm um die Schulter legte und mit mir zusammen die Bilder ansah, die er mir geschickt hatte. Und ich spürte die Wärme, die von ihm ausging und mich umgab…

Wunderbare Schöpfung – wie viel habe ich dir zu verdanken…. Deine so unglaublich reiche Liebe, mit der du mich beschenkt hast – mit der du mich fortlaufend beschenkst…. Diese unglaublich unendliche Geduld die du mit mir hast… ich liege dir zu Füssen.

Du hast mich kräftig getreten – damit ich endlich anfange, mein Leben zu leben, die Aufgabe, die ich habe, zu erfüllen. Ziemlich hart war es, das muss ich zugeben – ich bin lange nicht mehr so dickhäutig… meine Nerven vibrieren, wenn ich mit Schicksalsschlägen Krebserkrankter konfrontiert werde – da merke ich, es war doch nicht alles so leicht, wie ich es mir über 20 Monate jede Sekunde eingehämmert und eingeredet habe. So hingebungsvoll und liebevoll, du wunderbare Schöpfung, dass du diese ganze Zeit einen gnädigen Schleier über mein Bewusstsein gelegt hast… dass mir die ganze Zeit nicht klar wurde, w i e schlimm und grausam es war!

Sicherlich, mir ist nie in den Sinn gekommen, dass ich daran sterben könnte…. Durchgedreht bin ich letztlich, als mir mein damaliger Onkologe prophezeite, dass ich Hirnmetastasen haben würde. Das konnte ich nicht verstehen! Das war so verdammt ungerecht! Jetzt, wo ich gekämpft hatte, wo ich alles so wunderbar überstanden hatte… die vielen Operationen, die Chemo- die Bestrahlung… j e t z t sollte das alles umsonst gewesen sein??? Entsetzt war ich damals, dass mein Gefühl mich so schmählich im Stich gelassen haben sollte – gerade dieses eine, so wichtige Mal??? Aber es war dem ja nicht so – ein Schlaganfall ( von dem jetzt kaum noch etwas zu merken ist ). Was haben wir uns damals zu Hause über den Schlaganfall gefreut – aumann…

Das alles musste ich durchmachen, um endlich meine Augen zu öffnen und zu erkennen, was das Leben ist…. Wer ich bin… warum ich hier bin – ich muss allerdings gestehen, dass ich mit den letzten beiden Punkten doch arge Schwierigkeiten habe. Mein ganzer, auf Rationalität und Vernunft ausgebildeter Verstand weigert sich mit Händen und Füssen, das zu akzeptieren, was er nicht erklären kann. Das macht die Sache nicht unbedingt leichter. Wohl erfahre ich Dinge, von denen klar ist, dass es kein Zufall sein kann – und geheilt worden bin ich eindeutig. Meine Onkologen dokumentieren jetzt, was sie bei mir erleben. Das haben sie mir gesagt. Sie erleben, wie eine unheilbar, schwersterkrankte Frau allen medizinischen Erfahrungen zum Trotz eine Heilung erlebt, die es in dieser Form eigentlich gar nicht gibt. Ich höre es jedes Mal, wenn ich mit Ärzten darüber rede – und mein Verstand sucht nach Erklärungen, warum es so geschieht, wie es geschieht. Was für ein Wahnsinn. Und so rede ich mit Menschen, spreche mit ihnen über das, was passiert – höre mir ihre Erklärungsversuche an ( wenn sie überhaupt bereit sind, darüber zu reden )… und letztlich kommen wir immer zu dem gleichen Schluss : Das, was sich alle erhoffen und erwünschen – ein Wunder – mir ist es passiert. Meine Haare – sogar meine grauen Haare verschwinden!!! Das fällt auch meinem Lebensgefährten auf – bis auf ein – zwei graue Haare ist nichts mehr da…. Was für ein Geschenk!!

Ich hoffe, dass ich es zu würdigen weiß – ich hoffe, dass ich meine Leben endlich lebenswert leben werde, dass ich mich aus tiefstem Inneren heraus so lieben werde, wie ich bin – mich lieben werde für das, was ich bin, dass ich endlich begreife, dass die Dinge, die ich fühle und glaube, die wahren Dinge sind, die das Leben lebenswert und reich machen. Unser Verstand – herrliche Fähigkeit, wenn er richtig eingesetzt wird – er dient doch letztendlich nur dazu, Entwicklungen und Veränderungen zu verstehen – Zusammenhänge zu erkennen – Probleme zu lösen…. Aber die Schöpfung – die erfahren wir durch unser Gefühl – durch unsere Seele, die tief in uns all das sammelt, was wir an Erfahrungen durchleben. Sie ist es, die leidet, sie ist es, die unseren Körper erkranken lässt. Meine Seele, meine liebe Seele – von jetzt ab werde ich lernen, mit deinen Augen zu sehen und aus dir heraus zu handeln – damit ich endlich wieder als Teil der Gesamtheit zur Schöpfung zurückkehren werde.

Und weiter gehts…

Oktober 13, 2008

So, jetzt habe ich auch die  Knochenszintigrafie hinter mir.Etwas entmutigt war ich – aber nicht imVorwege, sondern, als ich während der Aufnahme  zusehen  konnte, wie sich die Darstellung entwickelte.. ach.. igitt, war da viel schwarz.. Aber es sollte wohl so sein, dass mir der Kopf wieder etwas zurecht gerückt wurde – ich hatte einfach zuviel erwartet – gehofft, dass ich mit diesem Ergebnis direkt zu meinem Onkologen gehen könnte – ihm sagen, dass ich keine Therapie mehr brauche.. au..au…

Als mich der Radiologe jedoch hinein rief zum Gespräch, mit einem kleinen Lächeln, als er mir – in weiser Vorausschau – im Vergleich die vorhergehenden Aufnahmen zeigte – aumann, was hab ich mich gefreut! Und er hat es bestätigt: sie ziehen sich zurück, diese monströsen Auswüchse meiner Erkrankung! Es ist geschafft. Ich schließe meine Augen und danke der Schöpfung für diese wunderbare Hilfe, die mir zuteil wurde. Dieser Rausch der Freude – er geht und geht nicht vorbei.. wie die Wellen, die sich am Strand auslaufen… in sanftem Wogen kommen sie aus der Unendlichkeit heran gerauscht – überschwemmen mich – und wenn sie sich zurück ziehen, dann bleibt das wunderschöne Glitzern, da, wo Sonnenstrahlen auf die Tropfen treffen…

Was ist nur passiert?
Wenn ich das, was ich geschrieben habe noch einmal lese, dann fällt mir verschiedenes auf- es fällt mir auf, dass ich geschrieben habe: Ich weiss, dass noch nicht sterben werde… dass ich noch vieles sehen werde – dass ich begreifen würde.
Es stimmt..

Es fällt mir auf, dass ich ruhiger geworden bin, dass die Bitterkeit völlig verschwunden ist….

Und ich habe geschrieben, dass Arroganz nicht der beste Lehrmeister ist… tscha….

Ich muss gestehen, dass Stolz nicht unbedingt eine meiner geringeren Eigenschaften ist….das mußte ich vor kurzem bitter am eigenen Leib erfahren – als ich mich.. wenn es auch nicht für immer ist… von einem Menschen getrennt habe, der für mich alles ist…. warum nur???

Ich merke, dass ich noch viel zu lernen habe…sehr viel….

Ihr alle, die ihr hier lest, wie sieht es bei euch aus? Glaubt ihr das, was ihr hier lest? Oder haltet ihr mich für verrückt? Alles nur billige Mache?

Ich möchte euch eins sagen: !!! Ich bin weder hysterisch noch leichtgläubig –ein Herdentier bin ich nie gewesen und werde es auch nicht sein! Und glaubt nicht, dass ich zu denen gehöre, der IQ unter 120 ist – bei weitem nicht! Aber Intelligenz, mein Lieben, Intelligenz hat nichts damit zu tun, wissenschaftliche Abhandlungen lesen zu können, oder sie auszuwerten! Intelligenz ist die Fähigkeit,  A L L E S ; wirklich alles, was wir erleben, sehen oder hören, begreifen zu können, umsetzen zu können, es als Triebfeder für unser eigenes Leben weiter zu nutzen – und dazu gehört auch, dass wir bereit sind, unseren Gefühlen, unserem Fühlen den Platz zuzugestehen, der ihm gebührt! So viele Entscheidungen treffen wir aus reinem Gefühl heraus – es sind nicht die unwichtigsten Entscheidungen. Ihr trefft diese Entscheidungen, aber ihr würdet niemals öffentlich zugeben, dass etwas in eurem Inneren euch dazu getrieben hat. Warum nicht? Geht es nur noch über logische Erklärungen? Was ist denn Logik für euch? Die Fähigkeit der Wissenschaftler, euch mit immer neueren Ergebnissen vor zu predigen, was und wie ihr denken und handeln sollt?
Glaubt ihr denn wirklich, dass die Wissenschaftler alles wissen? Nein, sie wissen nichts! Die Erkenntnisse, die sie jetzt haben, dass sind die Ergebnisse der Forschung in dem Wissensrahmen, den sie jetzt haben! Mit diesen begrenzten Möglichkeiten, die uns hier zur Verfügung stehen, versuchen sie zu verstehen, wie die Schöpfung funktioniert. In etwas vergleichbar mit einem Kind auf der Grundschule, das die Zahl unendlich erklären soll. Wie kann es das, wo ihm ja noch nicht einmal klar ist, dass das Zeichen für Unendlich aussieht wie eine liegende Acht und ein mathematisches Symbol ist?
Erinnert euch – vor noch nicht allzu langer Zeit war die Erde noch eine Scheibe… und sogar heute gibt es noch Menschen, die fest daran glauben, dass sich die Sonne um die Erde dreht! Ich sage euch, hättet ihr zu dieser Zeit gelebt, auch ihr hättet daran geglaubt, dass unsere Erde flach ist! Weil ihr eigentlich überhaupt nicht versteht, was da oben auf den Bühnen aufgeführt wird… dass dieses Stück nicht wirklich ausschließlich dazu genutzt wird, den Menschen zu helfen – das mit fast jeder positiven Nachricht negative Ereignisse kaschiert werden… Warum hört ihr nicht auf eure Gefühle???
Warum habt ihr nicht die Zivilcourage, zu sagen, ja ich kann es glauben? Da wird nach Wundern geschrien – und wenn sie passieren überseht ihr sie.. ignoriert sie…
Was ist los mit euch????

Naha?

Oktober 1, 2008

Eins, zwei, drei – im Sauseschritt fliegt die Zeit… doch nicht für mich…

Natürlich, es ist wieder Zeit vergangen – einige Zeit, die uns sooo ewig vorkommt – naja.. ist ja auch kein Wunder, bei der Vielzahl an Informationen, mit denen wir vollgestopft werden, mit den Terminen, mit denen wir uns selbst vollstopfen… huch???.. wech isse.. die Zeit….

Wie geht es mir? Das läßt sich jetzt nicht mehr so einfach mit dem Wort „gut“ umschreiben. Es ist besser – viel besser – ich bin mir sicher, dass es mir in meinem gesamten Leben noch nie so gut gegangen ist!
Letzten Donnerstag, als ich aufwachte und wirklich nicht einmal mehr die Ahnung eines Schmerzes da war, da habe ich geweint vor Freude – wirklich geweint… und dann  mußte ich es hinaus schreien, das unfaßbare Glück, das mich übermannte – es war wie ein Rausch.. ich ging nicht, ich bin geschwebt – nicht gelaufen, sondern geflogen – geflogen  mit einer unglaublichen Leichtigkeit, die mich all das vergessen lies, was jemals schlimmes passiert war…. und der Rausch hört nicht auf…

Ich habe begriffen, verstanden, und mit viel liebevoller Hilfe gelernt, meinen Körper, m i c h  zu lieben – so, wie ich bin – zu lieben, was ich bin.. wer ich bin….

… Das Leben zu genießen… jede einzelne Minute zu genießen, jedes Erlebnis ausreichend zu würdigen und zu begreifen – ich nehme mir Zeit – Zeit für alles , und was nicht paßt.. es wird schon wiederkommen.. ich verpasse nichts – im Gegenteil ! Es gab so unglaublich schönen Momente, die mich so völlig sanft und langsam, aber bestimmt überrannten.. ein Oxymoron .. hört sich so an.. ist es aber nicht…
Ihr kennt es doch alle, diese wunderbare Gefühl, wenn ihr verliebt seid.. na? Wo ihr glaubt zu schweben, während die Zeit dahin rast….
Ich fühle es – so unbegreiflich tief und innig, dieses Gefühl – das Gefühl, das verhindert, dass sich jemals wieder böses in mir regen könnte. Keine Chance…
Das, was ich vorher alles hier nieder geschrieben habe ist erledigt… nichts dunkles ist mehr in mir. Der Schmerz, der damals entstand – ich habe ihn angenommen, so wie er ist, weil er immer bleiben wird. Aber jetzt tut er nicht mehr weh. Jetzt ist er nur noch Erinnerung.. ein Teil meines Körpers.

Ein Teil, dass mich liebevoll anmahnt, nichts mehr so leichtfertig machen- mit Bedacht zu handeln… aber es verspricht mir auch unglaublich viel…. w e n n  die Zeit gekommen ist.. sie wird kommen.. und ich freue mich, ich sehne sie herbei…. Geduld.. hab Geduld…

Mein kleines Kind – mein Kind in mir, das bis vor kurzem noch verschreckt und verängstigt in seiner Höhle bleiben wollte – in dieser vor getrocknetem Blut starrenden Höhle… es läuft jetzt lachend und singend draußen herum im weichen Strahl der Liebe und des Geborgenseins…

Und ich! Ich spüre Gefühle, von denen ich lange Zeit überhaupt nicht ahnte, dass ich sie jemals spüren würde.. es zerreißt mich förmlich in tausend leuchtende Teile und setzt mich neu zusammen wie Phönix aus der Asche, so breite ich meine Arme aus und heiße das Leben willkommen.