Die Angst vor dem Sterben

Oktober 29, 2007

Werden wir mal ein bisschen provokant… das kann hier doch nicht alles so friedlich ablaufen.. es wäre langweilig..

 

Ich stelle hier die Behauptung auf, dass die meisten Menschen in einer völlig irrigen Annahme leben… weil sie leben. Ich behaupte, dass die Aussage:

 

„Ich habe nicht Angst vor dem Tod, sondern Angst vor dem Sterben.“

 

falsch ist.

 

So, und jetzt sollte ich den Beweis antreten, warum ich diese Behauptung aufstelle….

 

Unterscheiden wir einmal 2 grundsätzliche Arten die zum Tode führen:

  1. der gewaltsame Tod, von Menschen in irgendeiner Weise herbeigeführt. Dort lasse ich es bedingt gelten… die Angst vor dem Sterben… obwohl.. wo fängt es an, das Sterben, und wo hört das Leiden auf? Denke ich an die Zeit, in der die Menschen verbrannt, gevierteilt, ertränkt, gehenkt oder auf sonstige bestialische Art ermordet wurden.. ( na ja, so zu Ende ist diese Zeit noch nicht… es findet immer noch statt, nur nicht mehr so selbstverständlich, nicht mehr so offiziell…), in dieser Zeit hatte, und unter diesen Umständen hat die Aussage : Angst vor dem Sterben bestimmt seine Berechtigung, denn diese Hinrichtungen waren von einer Monstrosität sondergleichen… und sind es noch.

Da muss den Verurteilten der Tod wie eine Erlösung vorkommen…

  1. Der Tod , wenn unser Körper – wie sagt man so schön? – seinen Geist aufgibt, weil er es nicht mehr schafft, uns im Hier zu halten. Ist es wirklich so, dass wir solche Angst vor den Schmerzen haben? Ist es nicht eher die Angst, dass danach nichts mehr ist? Dass wir danach einfach nicht mehr sind… weg… vorbei… Wie oft haben wir schon Schmerzen erlebt und uns danach gesagt, das wollen wir nie mehr erleben? Seien wir ehrlich, wir können uns an den Vorfall erinnern, aber den Schmerz, den können wir nicht mehr empfinden, und das ist auch gut so. Ich denke, dass dies ein natürlicher Schutz ist, damit mir mit allen diesen Erinnerungen nicht in den Wahnsinn abdriften, denn Schmerz ist nichts, was mit dem üblichen Leben zu tun hat. Aber haben wir deshalb wirklich Angst vor dem Leben? Haben wir Angst, dass wir Schmerzen erleiden müssen, obwohl uns doch klar ist, dass wir Schmerzen fühlen werden, in irgendeiner Form, irgendwann… mit Sicherheit…Sagen wir da, dass wir Angst vor dem Leben haben? Weil es Schmerzen mit sich bringt? Nein… nein, weil wir wissen, dass das Leben weitergehen wird, dass wir leben werden!!! Lassen wir die Fälle außer Acht, in denen die Menschen unter dauernden Schmerzen leiden müssen, diejenigen, die sich mit einem Leben in Schmerzen arrangieren müssen.. obwohl… sogar damit kann man leben, wenn man bereit ist, Abstriche an das eigene Wohlbefinden zu machen. Die Medizin macht es möglich, es ist nicht ab zu streiten, dass es in der heutigen Zeit möglich ist, relativ schmerzfrei zu leben.

Wir haben keine Angst vor dem Leben.

 

Die Angst vor dem Sterben.. ich sage euch, es ist nicht die Angst vor dem Sterben, es ist die Angst vor diesem einmaligen Schmerz, der uns tötet, der unsere Existenz auslöscht – nach diesem Schmerz wird nichts mehr kommen, keine Möglichkeit der Erholung, keine Genesung… nichts…. aus…

 

Dreimal habe ich es erlebt. Dreimal lag ich schon im Sterben… abgesehen von dem Krebs, den ich jetzt in mir habe. Bei ihm war es noch nicht soweit… noch lange nicht soweit. Dreimal, auf drei verschiedene Arten kam der Tod zu mir – nein, es war nicht schön – aber wenn ich ehrlich bin, es war auch nicht schlimm, ganz und gar nicht.

Ich glaube nicht, dass mein Körper in dieser Beziehung einzigartig ist, ich glaube, es ist die, wie soll ich sagen… die Gnade der Natur, die einfach nicht zulässt, das man bewusst das Ende fühlt. Es war bei mir, als würde mein Körper mich betäuben, als ob er Unmengen von Morphium durch meinen Körper fließen lies – ich weiß, wie Morphium wirkt, ich habe es bereits bekommen – obwohl ich starke Schmerzen hatte.. sie waren weg – wie weggeblasen – ich spürte meinen Körper nicht mehr.. ich ahnte die Schmerzen, die sich wie ein dunkler Druck in mein Bewusstsein eingenistet hatten, aber ich litt nicht mehr. Ich glitt dahin, und es war ruhig und friedlich.. so friedlich, dass ich ohne fremdes Eingreifen wohl einfach gegangen wäre. Ich hatte keine Angst.

Hätte man mir zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass ich sterben müsse, ja dann, dann, nehme ich an, dann wäre die Panik gekommen.. oder nicht?… das kann ich nicht sagen, das weiß ich nicht…

Ich weiß, dass nach der Rettung, dass nach dem Eingriff von Menschen, die mir das Leben retteten, ein unglaubliches Glücksgefühl in mir war, ein wahrer Rausch, als ob das ausgeschüttete Morphium sich gewandelt hätte in eine Art Freudentrank, dass die Freude so groß war, dass es nichts, aber auch gar nichts gab, was mich von dieser Hochstimmung abgebracht hätte.. wen wundert es…

 

Ich glaube fest daran, dass wenn wir Menschen vor die Wahl gestellt werden würden, unerträgliche Schmerzen für eine Zeit ertragen zu müssen, aber dafür am Leben bleiben zu können, oder aber schmerzfrei sterben zu dürfen…. Wir würden uns für die Schmerzen entscheiden, weil wir leben wollen…

Wir haben keine Angst vor dem Sterben – wir glauben, dass diese Schmerzen einfach entsetzlich sein müssen, denn nach diesen Schmerzen kommt nichts mehr. Es sind nicht die Schmerzen, es ist das Ergebnis… der Tod… und wüssten wir, was nach diesem Leben kommt, wüssten wir, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, wüssten wir, wie es aussieht, dürften wir noch Kontakt zu unseren Lieben haben, zu all dem Vertrauten… ich bin mir sicher, niemand würde mehr sagen : Ich habe Angst vor dem Sterben.

Es ist nicht die Angst vor dem Sterben, es ist die Angst vor dem Tod.

Der Feind in meinem Körper

Oktober 27, 2007

„Natürlich dürfen Sie nach Hause. Ich werde doch einer Schwerstkranken nicht den Wunsch verweigern, Weihnachten bei der Familie zu sein.“

Endlich habe ich der Stationsärztin diese Zusage abgerungen. Ich darf nach Hause. Nach Wochen und Wochen ist es absehbar, dass ich nach Hause kann. Ich kann zwar nicht  gehen, aber ich will raus. Den Samstag vor Heiligabend 2006 darf ich nach Hause. Nach 6 Wochen Krankenhausaufenthalt. Oh Mensch, ist da schön! Sie werden mich abholen, meine Familie wird mich abholen und nach Hause bringen. In unser neues Zuhause, dort, wo es nur 4 Stufen gibt, um ins Haus zu kommen! Samstag darf ich nach Hause!!

Ich rufe an, ich sage Bescheid: „ Holt mich hier raus!“

Die Tür geht auf, der Chefarzt kommt. „Sie müssen die Chemotherapie noch vor Weihnachten beginnen, sonst ist es zu spät.“ Ich bin trotzig, ich will nicht, ich versuche, zu handeln und rede auf ihn ein. Im gegenseitigen Einvernehmen darf ich Samstag gehen, und muss dienstagmorgens wieder da sein. Zur Chemotherapie. Ok… ich werde kommen…

 

Ist nicht so leicht, wie ich gedacht habe, diese vier Stufen hoch zu kommen…Zwei Männer helfen mir… mein Bein ist so schwer, als hätte ich Tonnen von Zement im Oberschenkel.

Zu Hause… endlich zu Hause…

Mein Kind sitzt neben mir… so alleine…

 

Panik, jetzt habe ich Panik, jetzt habe ich Angst, zu sterben. Mein Herz rast, ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Um Himmels Willen, wo ist er, mein Indianer. Steht sein Angebot noch? Du kannst jederzeit kommen, du kannst aber auch jederzeit gehen. .?

 

„Weißt, du, was ich habe?“ frage ich ihn. Verzweifelt sieht er mich an: „Nein, “ sagt er, „Sag bitte, dass du nicht Krebs hast.“

Ich nehme ihn in die Arme. Doch, ich habe Krebs, er ist nicht mehr heilbar. Aber stoppen können sie ihn. Ich bin stark, ich schaffe das. Hab keine Angst, sieh mich an. Zögernd blickt er hoch. Ich hab dich lieb, ich lass dich nicht alleine. Er schmiegt sich an mich. Er ist todtraurig. Diese Nacht schläft er bei mir.  Ein Kissen zwischen uns verhindert, dass er gegen mein operiertes Bein kommt. Mein Kind liegt in meinen Armen. Er träumt schwer. Das Bein ist egal, ich ziehe ihn an mich und umarme ihn fest und sicher. Nein, dich werde ich nicht alleine lassen, mein Goldschatz, niemals…

Dienstags bin ich wieder im Krankenhaus… um Strecken gesünder, sie staunen, als sie mich sehen. Ich habe mir die Energie und die Kraft von zu Hause geholt. Es geht mir gut. Und die erste Chemo-… „Ich würde am liebsten weglaufen“, sage ich dem Arzt, als er mit diesem widerlichen rosa Gebräu ankommt. Anzüglich schaut er auf mein lädiertes Bein. „Na, das machen Sie mir mal vor…“ Er lächelt mich an. Touchez… ich muss lachen. „ Is ja gut, is ja gut.. na, denne…“  Sie fließt in mich hinein, diese giftige Brühe… tu mir nix, ich tu dir auch nix…Ich warte… worauf? Auf Schmerzen, Übelkeit oder irgendeine andere Nebenwirkung. Keine Ahnung, welche.. ich warte… nix…

Mittwoch vor Heilig Abend werde ich entlassen, gleich nach der Chemo-. Es geht mir gut. Ein bisschen flau ist mir schon, ich warte noch immer auf Nebenwirkungen. Mein Sohn schmiegt sich im Schlaf an mich. Immer enger, als ob wir eins werden sollten.

 

Am nächsten morgen ist mir speiübel. Ich muss spucken. Da ist sie , die lähmende Verzweiflung meiner Familie, die Angst, dass es schlimm wird, und da überkommt mich eine maßlose Wut, Wut auf meine Schwäche, Wut auf diese Krankheit, Wut auf meinen unzulänglichen Körper, Wut auf alles, was mich krank gemacht hat, so ungeheuerlich ist diese Wut, dass die Übelkeit verschwindet. Und in Gedanken lasse ich sie alle sterben, die  mir das Leben zur Hölle gemacht haben, lasse sie an meinem Krebs sterben. Ich stabilisiere mich…. Von da ab wird mir nie mehr übel werden. Eine Woche Durchfall nach dem Chemowechsel, ja, aber das ist nix, das kenn ich eh schon von meiner chronischen Darmentzündung. Ich öffne mich, und nehme die Chemo- als Lebensretter an. Und sie dankt es mir. Und tötet und tötet… alles, was mich töten will zerstört sie, gnadenlos, und doch so voller Erbarmen mir gegenüber. Alles? Nicht ganz.. ist einfach zu weit fortgeschritten… aber unglaublich weit… so weit, dass alle glauben, dass ich es schaffen kann, dass ich noch lange leben kann… Mein Indianer… er ist bei mir… immer, immer, immer…

 

Fast ein Jahr ist vergangen, seit ich eingeliefert wurde. Jetzt sind sie vorbei, die Anschlussbehandlungen, die letzte Bestrahlung.

 

Am letzen Tag, da geben sie mir die Röntgenaufnahmen. Zugeklebt. Geben Sie sie ab.. beim Hausarzt, in der Onkologie, geben Sie sie ab… schauen Sie sich die Aufnahmen nicht an!!!!

Manchmal wünschte ich mir doch ein bisschen weniger Neugierde…

 

Letzte Woche, erst letzte Woche sagt mir mein Sohn, dass es keine Angst mehr hat. Er glaubt fest daran, dass ich – wie drückt er es aus? – unzerstörbar bin…

Wie sehr hatte er gelitten, als ich mit dem Rettungswagen weggebracht wurde… wie er sehen musste, als mir das Blut zwischen den Beinen herunter lief, wie mir die Haare ausfielen, wie oft hatte er sich in seinem Zimmer verkrochen, um das alles nicht sehen zu müssen…

 

Ich öffne den Umschlag und nehme die Aufnahmen… Stück für Stück… jetzt weiß ich ja, wie sie aussehen, die Metastasen, ich habe reichlich gesehen…

Dachte ich…

 

Sie hat wahrlich ganze Arbeit geleistet, diese Chemo-, und mein Körper hat es dankbar angenommen…

 

Ich werde zum Hausarzt gehen, und werde mir erzählen lassen, was ich jetzt schon weiß, was ich aber nochmals von ihm hören will… ich weiß nicht, warum, ich will es einfach. Mein Körper war verseucht von Metastasen. Sie waren an den Rippen, an den Armen,  an den Beine, sogar in den Füssen waren sie… einfach überall. Jetzt verstehe ich…

Jetzt kommt die Panik, und ich hoffe, dass ich sie überwinden kann.

 

Ende November werde ich wieder untersucht. Ab jetzt regelmäßig.

Und ich hoffe, ich werde keine Angst haben..

 

 

Gedanken über den Tod

Oktober 19, 2007

Da habe ich nun geschrieben, dass ich keine Angst habe. Dass ich bereit sein werde, wenn mein Leben hier zu Ende geht. Aber letztendlich mache ich mir natürlich Gedanken darüber, was kommen wird, wenn das Hier und Jetzt vorbei ist.

Ich bin mir sicher, dass es niemanden gibt, der sich nicht seine Gedanken zu diesem Thema macht, je älter man wird, desto mehr beschäftigt man sich damit… logischerweise…

Wie erschrocken war ich als kleines Kind, so um die 9 Jahre, als ich begriff, dass ich irgendwann sterben muss!!!

Hat nicht jeder die Hoffnung, dass es danach irgendwie weitergehen wird? Hat nicht jeder den Wunsch, irgendwo irgendwie wieder aufzuwachen, da, wo es schöner ist, wo Frieden ist?

Wie schlimm muss es um diejenigen bestellt sein, wenn sie freiwillig gehen, weil sie dieses Leben nicht mehr meistern können..

Und wir, die wir leben wollen, haben wir nicht alle Angst vor dem, was kommen wird? So betrachtet kann ich wohl sagen, schön für die, die wirklich absolut zu ihrem Glauben stehen, die unbedingt daran glauben, dass es ein Paradies gibt… irgendwo…

Auch ich glaube – nicht im Sinne der großen Religionen, sondern auf Grund dessen, was ich erlebt habe, was ich erfahren durfte, glaube ich daran, dass meine Existenz nach meinem Tode nicht zu Ende sein wird, sonder in irgendeiner Form weitergehen wird.

Was wissen wir schon über den Tod? Wenn wir ehrlich sind, wissen wir so rein gar nichts.. außer dass alles, was unseren Körper betrifft, nicht mehr sein wird, dass unser Körper am Ende nichts weiter ist als ein Teil dieser Mutter Erde, die sich wieder nimmt, was ihr sowieso gehört. Wir sind im Leben eingeschlossen in den Kreislauf dieses Lebens auf dieser Erde. Aber was kommt danach?

Die Angst, die wir alle vor dem Tod haben beruht doch darauf, dass wirklich niemand weiß, was danach ist, dass dieser Abschied eine Reise ohne Wiederkehr sein wird, und dass die Zurückgebliebenen lernen müssen, ohne uns weiter zu leben. Immer wieder, wenn wir hören, dass jemand reanimiert wurde, taucht fast gleichzeitig die Frage auf, was hat diese Person erlebt, als sie tot war? Was ist da passiert? Mein Vater erzählte einmal, dass er mit seinen Freunden in seiner Kindheit im Freien von einem schweren Gewitter überrascht wurde. Einer der Jungen wurde vom Blitz getroffen und brach zusammen. Zu seinem Glück genau vor einem Krankenhaus, aus dem heraus dieser Einschlag beobachtet wurde, und so konnte der Junge tatsächlich wieder reanimiert werden. Und alle wollten es wissen und fragten ihn „Wie war es, als du tot warst?“ Das einzige, was er sagen konnte war: „Es war wie ein langer tiefer Schlaf.“

Schauen wir uns den Satz mal genauer an: Lang.. darüber bin ich gestolpert. …. Wie lange durfte sein Gehirn ohne Sauerstoff bleiben, ohne weitergehenden Schaden zu erlangen? Mit Sicherheit nur ein paar Minuten, denn er hatte keine Folgeschäden. Was hat ihn dazu gebracht, diese Zeit als lang zu beschreiben? Hat er es tatsächlich so ausgedrückt, oder sind im Laufe der Zeit die Vorstellungen meines Vaters mit hineingekommen, für den der Tod in seiner Vorstellung nichts anderes sein konnte als ein langer tiefer Schlaf?

Wieso ein tiefer Schlaf? Er ist der kleine Bruder des Todes, sagt man… aber man wacht danach wieder auf!!! Wacht man nach dem sterben auch wieder auf? In einer anderen Dimension? In einem anderen Körper, der molekular so aufgebaut ist, dass wir ihn mit unseren Augen gar nicht wahrnehmen können? Können wir nicht? Oder können wir doch? Hören wir nicht oft genug von Menschen, die den Verstorbenen noch spüren… wenn auch nur kurz, so intensiv, dass sie das Gefühl haben, da war noch etwas, was der Tote erledigen musste?

Was ist mit denen, die von einem hellen Licht sprechen, in das sie eingetaucht sind? Und warum haben unsere Wissenschaftler nicht anderes zu tun, als uns erklären zu wollen, dass dies nur ganz normale erklärbare Phänomene sind? Warum muss alles erklärbar sein? Warum haben wir soviel Angst davor, erkennen zu müssen, dass wir so unglaublich wenig wissen, dass wir das Nichtwissen mit allen möglichen Erklärungen in Nichtsein umdefinieren? Was nicht erklärbar ist, kann nicht sein. Ja, was wissen wir denn schon?

 

Selbst mein Vater, so grundatheistisch er auch ist, sagte irgendwann einmal den erstaunlichen Satz : „Wer weiß, ob hier nicht noch anderes Leben auf der Erde ist, Leben, das wir nicht wahrnehmen, weil wir es nicht erkennen können.“

Hätten wir die Möglichkeit, zu erfahren, was nach dem Tod passiert, hätten wir die Möglichkeit, mit den Toten wieder in Kontakt treten zu können, wäre der Schrecken davor bei weitem nicht so groß. Und wir alle haben Angst, ausnahmslos alle. Nicht umsonst wird den Gläubigen ein Paradies versprochen, wenn sie sich gottgefällig verhalten, nicht umsonst wollen die Gläubigen auch daran glauben. Weil es sonst nichts gibt, woran sie sich festhalten können!!!

 

Wenn ich zusammenfasse, was ich bisher erlebt und erfahren habe, wenn ich daran denke, dass ich von einem Toten gewarnt wurde, um nicht selber sterben zu müssen… es war mit Sicherheit keine Einbildung, dazu war damals alles zu klar…wenn ich mich daran erinnere, erfahren zu haben, dass es Menschen gibt, die in der Lage sind, unsere Energien als Farben um uns herum zu erkennen, wenn ich mich an den Inder erinnere, mit dem ich einen kurzen, aber extrem einschneidenden Teil meines Lebens verbrachte… der mir innerhalb dieser kurzen Zeit Einblick in Bereiche gewährte, die ich als damals absolut Unwissende, als absolut in dieser Beziehung ignorante Person kaum in der Lage war, zu verstehen… Wenn ich dies alles zusammenfasse, dann bin ich sehr wohl der Meinung, dass wir in einer anderen Form weiter existieren werden. Nicht mehr unbedingt gebunden an diese Erde… warum auch. Das Weltall ist unendlich, und in seiner Unendlichkeit dehnt es sich immer weiter aus, wird größer und größer.. wie viele Existenzen gibt es denn in diesem Raum?….Was werden wir?…

 

Ich erinnere mich an einen Traum:

Ich lebe unter der Erde in einer Höhle, zusammen mit vielen Menschen, Menschen, die ich kenne, oder die zumindest mich kennen. Die Decke der Höhle wird durch die Wurzeln eines riesigen Baumes gestützt, in der Mitte erkenne ich den Stamm. Und dieser Stamm ist ein Ausgang, hinaus aus der Höhle.. ich will wissen, wohin er führt, und steige hinauf. Was ich da gesehen habe, das war so wunderschön, dass es tatsächlich mein Leben für Monate hinweg in wahre Euphorie gestürzt hat, auch jetzt, wo ich wieder daran denke, kommt ein Glücksgefühl in mir hoch…. Eine wunderbare farbenfrohe Landschaft, Berge, an deren Füssen sich Seen gebildet hatten, vollblättrige Bäume und Sträucher, wahre Blumenmeere und darüber eine wunderbare warme Sonne… so friedlich, so schön, so warm.

„Du musst die anderen holen, du musst sie hierher bringen:“ Und so steige ich hinunter, in die Höhle und rufe sie, schicke sie hinauf in diese Herrlichkeit.. Mein Sohn geht zuerst, die anderen folgen… nur eine Person nicht. Ich kann nicht erkennen, ob es ein Mann oder eine Frau ist, aber sie flüchtet vor mir. „Lass mich, ich gehe nach unten,“ ruft sie und läuft zu einem Gang, der tiefer in die Erde führt. Einen Moment lang zögere ich, überlege ich, ihr zu folgen, sie zurück zu holen, aber etwas stoppt mich. Ich sehe, wie sie mit dem Erdreich verwächst, wie sie im Dunkel verschwindet.

„Komm..“ ich drehe mich um und laufe dem Stamm hinauf, hinauf in diese helle Schönheit. Und da sind sie alle, alle meine Lieben, und genießen diesen Anblick, atmen mit mir zusammen diese reine Luft ein…. Ja, und dann weckte mich mein Sohn… Mist….

Was für ein Traum…. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, das Leben nach dem Tode gesehen zu haben….

 

Was ist er, der Tod? Wie haben es die Menschen vor uns gemacht, all diejenigen, die vor den großen Religionen gelebt haben? Wie sehr waren sie in der Lage, zu verstehen, was nach dem Tode kam? Wie verstehen Menschen, die diese so genannten Naturreligionen ausüben, den Tod? Ich habe viele Freunde, die mit diesen Religionen groß geworden sind, für sie alle ist es nur der Übergang in eine andere Form des Lebens, oder ein neues Leben in einem anderen Körper. Was hatte mir der Inder gesagt?: „Wenn bei uns ein Kind geboren wird, dann trauern wir, weil für dieses Kind die Zeit des Leidens beginnt. Wenn ein Mensch stirbt, dann feiern wir und sind glücklich, weil wir wissen, dass jetzt das bessere Sein beginnt, weil eine Existenz ohne Körper friedlicher ist“

Ich glaube daran, dass ich nach meinem Tode weiter existieren werde. Falsch, ich weiß es. Das, was mich bedrückt ist alleine die Tatsache, dass ich in dieser Form alles hinter mir lassen muss, was mir lieb und teuer ist, dass diese Menschen lernen müssen, ohne mich zu leben und dass es ihnen Schmerzen bereiten wird. Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass, wenn ich gehen muss, meine Angehörigen in der Lage sein werden, ohne mich zu leben, dass mein Sohn groß genug sein wird, um durch den Tod nicht in eine Existenzkrise zu fallen. Ich hoffe, das mein Hier sein noch möglichst lange währen wird, nicht weil ich Angst vor dem Tod habe, sondern weil ich mit gutem Gewissen gehen möchte. Mit dem Wissen, dass nichts unerledigt sein wird, wenn ich gehe. Dieser Traum, von dem ich sprach, der Traum, in dem „Mein Indianer“ mich zu seinem Zelt geführt hat, wo er mir sagte, du kannst jederzeit kommen, aber du darfst auch jederzeit gehen…. Dieser Traum gibt mir die Bestätigung, gibt mir das Wissen, dass es noch lange nicht zu Ende ist, dass ich noch viel mehr lernen und sehen darf. Und meine Energiefarben sind gelb, leuchtendes gelb. Ich strahle Gesundheit aus und die Farben werden immer stärker, immer leuchtender.

Ihr glaubt es nicht? Müsst ihr auch nicht, mir reicht es, dass ich es weiß.

Ihr belächelt mich? Macht es. Ich habe meinen Frieden gefunden…. Ihr müsst noch suchen.

Und Arroganz ist nicht der beste Wegbegleiter.

Mein Leben mit dem Krebs

Oktober 14, 2007

Da liege ich nun im Krankenhaus, habe die Diagnose erfahren, habe es geschafft, mir die Stärke zu holen, die ich brauche, um das alles gut zu überstehen… lache mit den anderen Patienten, die meine Lebensfreude aufsaugen wie vertrocknete Erde das Wasser…und da kommt sie abends an mein Bett… eine Krankenschwester, setzt sich neben mich, nimmt meine Hand, tätschelt sie und fängt an… Ist das nicht furchtbar? Ist das nicht entsetzlich? So eine schreckliche Diagnose… Wo bleibt da die Hoffnung?.. irritiert sehe ich sie an. Mache ich so einen Eindruck auf sie? Sehe ich so hoffnungslos aus?

Ich täusche Müdigkeit vor, und bitte sie, mich schlafen zu lassen…

Am nächsten Tag löchere ich die Ärzte… keine Hoffnung? Oder doch diese 70 bis 80 Prozent?… Na klar, kann gestoppt werden…. Sicher? Sicher.. aha..

Abends sitzt sie wieder an meinem Bett. Ich danke ihr für diese Zuwendung, mache ihr aber klar, dass ich beim besten Willen nicht geknickt und depressiv bin.. auch nicht traurig oder hilflos. Ich schaffe das, sage ich ihr. Danke, aber ich kriege das wirklich hin… Beleidigt geht sie aus dem Zimmer.

Am nächsten Tag kommt sie ins Zimmer und faucht mich an… Unverschämtheit, dass ich so oft telefoniere!!! Wir sind hier im Krankenhaus!!! Auf einer Station, wo auch gestorben wird!!! Alle Pflegekräfte und Ärzte haben sich über mich beschwert!!! Sie spricht nur in ihrem Auftrag!!!

Wau…

Ich frage die Pflegerinnen und Pfleger, die reinkommen… fühlen sie sich belästigt? Unsinn, meint einer, so was ist für mich ein notwendiger sozialer Kontakt.. je mehr, desto besser… Auch die Mitpatienten fühlen sich in keinsterlei Weise gestört, sie sind völlig baff über diesen Angriff. Die Ärzte wissen ebenfalls nichts von einem Auftrag an diese Krankenschwester, eine allgemeine Beschwerde loszulassen…

Zwei Wochen sehe ich sie nicht, diese Krankenschwester. Als sie wiederkommt ist sie verändert… etwas reserviert.. etwas vorsichtig.. etwas verlegen.. Ich denke mir meinen Teil und sage nichts weiter.. Am Ende hat sie wohl wirklich geglaubt, dass sie mir damit hilft..

Und sie ist nicht die einzige. Hier, auf dieser Station werde ich regelrecht eingeschworen auf meine Krankheit, hier werden mir Verhaltensregeln aufgedrängt, die einfach nicht mit meiner Art, mit dieser Krankheit umzugehen, konform gehen.  „Warum sind Sie so fröhlich bei dieser Diagnose? Ich verstehe das nicht!“ Das werde ich dauernd gefragt, von den Mitarbeitern, die mich im Bett überall hinschieben müssen. 6 Wochen lang darf ich das Bett nicht verlassen, erst am Wochenende vor Weihnachten stehe ich das erste mal wieder auf. Und in dieser Zeit wird mir von allen klar gemacht, wie schlecht es um mich steht, dass ich alles Recht dieser Welt habe, zu jammern und zu klagen. Aber warum???  „Sagen Sie mir, dass es hilft, und ich jaule Ihnen das gesamte Krankenhaus zusammen!“ Hilflos  sehen sie mich an. „Mensch, lassen Sie mich doch so sein, wie ich bin. Ich schaffe das schon!“

„Sie sind schwerstkrank!“ sagt die Stationsärztin, „Nicht schwerkrank, sondern schwerstkrank! Ich werde Ihnen nicht die Bitte verwehren, über Weihnachten zu Hause zu sein.“

Als ich diese Station verlasse kommt sie zu mir, gibt mir die Hand: „Ich hätte das nicht erwartet“ sie sieht mich mit einem warmen Lächeln an, „aber jetzt bin ich mir sicher, sehr sicher, dass Sie das überleben werden.“

Achwas…

So indoktriniert komme ich nach Hause, in ein fremdes neues wunderschönes Zuhause, wir sind ja in der Zeit, wo ich im Krankenhaus war, umgezogen. Gott sei Dank… diese vier Stufen komme ich gerade noch hoch. In die alte Wohnung wäre ich mit Sicherheit nicht gekommen.. zu viele Treppen…

Und jetzt beginnt ein interessantes Spiel: Wie reagieren die Menschen auf dich? Wie kommst du damit klar?

Es ist einfacher als ich es gedacht habe. Alle, die damit nicht klar kommen, verschwinden im Eiltempo aus meinem Leben. Tut es mir weh?…Nein… Alle anderen behandeln mich wie zuvor, abgesehen von der üblichen Frage nach meinem Wohlbefinden –  eine ehrliche Frage –  Die Freude, dass ich anscheinend so aussehe wie das blühende Leben, und die versteckte Hoffnung, dass es, wenn es bei ihnen passieren würde, von ihnen auch so leicht zu tragen sei.

Ich muss sagen, es war für mich schwere Kost, dieses geballte Mitleid über Wochen zu erfahren, diese Einschwören auf eine Krankheit, die irgendwann einmal mit dem Tod enden wird. Es war einfach zu fremd für mich. Zu oft hatte ich schon kritische Situationen durch gestanden, die mir auch den Tod hätten bringen können, die ihn mir gebracht hätten, hätte ich keine medizinische Hilfe erhalten. Wie war das mit dem Tumor, der sich fast in mein Hirn gebohrt hätte? Was für ein Jubel, als ich aus der Narkose erwachte!!! „Sie haben es geschafft, Sie leben!!“  Jubelnde Ärzte, lachende Krankenschwestern, ein Triumph sondergleichen, wie wunderbar war das! Der Darmkrebs… rechtzeitig entdeckt, der Hautkrebs.. auch rechtzeitig entdeckt… der fast tödliche Schub, den meine Darmentzündung auslöste… das entsetzliche Ersticken durch die Schimmelpilzallergie –  das war für mich die mit Abstand schlimmste Art, sterben zu müssen – …all diese Krankheiten hatten eins gemeinsam : sie waren heilbar gewesen.

Nur jetzt hat es mich völlig erwischt.

Aber, vielleicht liegt es einfach daran, dass ich schon so viel erlebte, was mich in einen Grenzbereich schickte, den man üblicherweise nicht so häufig erlebt, vielleicht liegt es einfach daran, dass ich gelernt habe, mit dieser tödlichen Bedrohung zu leben –  eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt, an Darmkrebs zu sterben, weil meine Darmentzündung irgend wann darauf hinauslaufen wird – in mir ist keine Angst.

Überlegen wir doch einmal, was da passiert:

Es ergibt sich eine einschneidende Veränderung im Leben eines Menschen. Eine so gravierende Veränderung, dass alles, was vorher war keinen richtigen Bestand mehr hat in der Zukunft, die vor uns liegt. Alles, was uns so vertraut war verschwindet. Nichts wird mehr so sein, wie es vorher war.

Das kennen wir… wenn Kinder in unser Leben treten… aber nicht, wenn es der Tod ist….

 Das Mitleid, das wir erfahren, sicherlich, am Anfang ist es wichtig, sehr wichtig. Wie es das Wort schon sagt, sie leiden mit uns. Aber können sie das überhaupt? Wie ist das möglich, wenn sie es nicht selbst erfahren haben? Ist es nicht teilweise eher ein Für uns leiden?

Hat  nicht jeder seine Art, sich vorzustellen, wie schlimm der Betroffene diese Situation empfindet? Hat nicht jeder seine Vorstellung davon, wie lange dieses leiden dauern sollte?

Wie intensiv es sein sollte?

Diejenigen, die sich sofort abwenden, haben wirklich ihre Konsequenzen gezogen. Es muss so schrecklich für sie sein, dass sie sich außerstande sehen, in irgendeiner Weise helfen zu können, und ich kann mich des Gefühles nicht erwehren, dass es gerade für diese Menschen der blanke Horror werden muss, wenn sie selbst betroffen sind.

Wir haben Angst, sicherlich… Angst davor, dass diese Krankheit nicht geheilt werden kann, dass sie wieder aufbrechen wird, natürlich haben wir Angst. Jetzt sind wir ja auch sensibilisiert für diesen Krebs, wir haben ihn erfahren, erlebt…Sicherlich sind wir gefährdet, wir wissen es jetzt, wir wurden damit konfrontiert. Wie gut geht es den anderen, denen, die gesund sind. Aber wie gesund sind sie denn? Tagtäglich erkranken Menschen an Krebs, erleiden einen Herzinfarkt, erkranken an Aids oder an einer anderen tödlichen Krankheit. Und von da an dreht sich ein Rad unaufhaltsam dem Tode entgegen, das niemand nachvollziehen kann. Niemand. Denn jeder lebt und stirbt auf seine Weise.

Ich habe mich mit meinem Krebs arrangiert. Ich lebe sehr gut damit. Dankbar dafür, dass die Medizin schon so weit ist, dass mir sogar noch in dieser Situation geholfen werden kann, nehme ich alle Behandlungsmethoden an. Sie haben mir geholfen, alle diese Dingen. Die Chemo- habe ich ohne Nebenwirkungen vertragen… naja, außer, dass die Haare ausfielen, aber, was soll’s, die wachsen wieder…keinerlei Nebenwirkungen bei den Tabletten.. ich hab allerdings auch nicht nachgelesen, was kommen könnte, warum auch? Die Alternative: Tod oder Nebenwirkungen ließ mir keine andere Wahl. Ich habe gelernt, die Natur intensiver zu fühlen, alles, was über Tod und sterben zu lesen und zu hören ist nicht auf mich zu projizieren – wieso auch? Ich bin ich! – ich habe gelernt, dass es wichtigeres gibt, als den so genannten äußeren Schein zu wahren, diese Art Selbstdarstellung, die eigentlich nichts anderes ist als die Verleugnung der eigenen Existenz.

Ich fühle, was um mich herum ist, ich sauge positives mit allen Sinnen auf, und letztendlich habe ich Mitleid mit denen, die nicht klarkommen mit Dingen, die sich so sehr von dem grauen Alltag unterscheiden.

Was für Möglichkeiten tun sich da auf für mich!! Ich kann es probieren, ich kann das versuchen, was mir meine Freundin prophezeit hat :“Du wirst die erste sein, die mit einem unheilbaren Krebs als geheilt entlassen werden wird.“

Übertreiben wir nicht, träumen wir nicht… aber mit Sicherheit, wirklich mit Sicherheit werde ich länger und besser leben, als all die anderen, die eine ähnliche Diagnose haben. Ich bin neugierig auf das, was kommen wird, weil ich weiß, dass ich es schaffen kann, weil ich weiß, dass mein Leben hier erst zu ende ist, wenn ich getan habe, was ich tun muss. Was immer es auch ist, wenn ich gehen werde, werde ich mehr wissen, als ich bisher erfahren habe.. und das ist schon sehr viel. Ich bin dankbar dafür.. und wenn es Zeit für mich wird, werde ich bereit sein. Und ich werde keine Angst haben!

Tut uns einen gefallen, alle, die ihr lest, alle, die ihr helfen wollt, alle, die ihr nicht wisst wie. Habt Mitleid mit uns… aber bitte nur am Anfang… irgendwann ist Mitleid tödlich, weil wir dann selber anfangen, uns zu bemitleiden. Helft uns in unser neues Leben zu finden. Steht uns bei Rückschlägen bei, gebt uns die Sicherheit, dass ihr da sein werdet, lasst uns nicht alleine. Und wenn dann die Zeit kommt, wo dieses Leben hier zu Ende geht, bleibt bei uns, habt keine Angst vor dem Tod, habt keine Angst davor, uns sterben zu sehen. Gebt uns ein letztes Geleit auf dem Weg ins Ungewisse, gebt uns den Respekt, den jeder, der an dieser Schwelle steht, verdient hat. Denn wenn ihr uns ein Stück von euch mitgebt auf diese Reise, dann, da bin ich mir sicher, wird auch von uns ein Stück bei euch bleiben.

Ich habe Krebs

Oktober 10, 2007

Jetzt glaube ich, ist es doch an der Zeit, über meine Krankheit zu schreiben. Nicht, um zu zeigen, wie schlimm es steht, sondern, um Hoffnung zu geben an die, die sich jetzt so fürchterlich alleine fühlen mit ihrer Diagnose, die leider auch zu oft alleine gelassen werden von den so genannten Freunden… was für Freunde sind das denn?

Und dann müssen wir auch noch Verständnis dafür aufbringen, warum sie es tun… sie können nicht damit umgehen… na, klasse… arme Menschen….armselige Menschen….erbärmliche, oberflächliche Menschen… sie tun mir leid, so möchte ich niemals sein.

Fangen wir also an:

Begonnen hat das ganze im Juni 2006. in beißender Schmerz zog durch meinen Oberschenkel, oben am Schritt, so als ob eine Sehne übergesprungen wäre. Autsch… mehr war erstmal nicht. Ok, dachte ich mir, irgendwann springt sie auch wieder zurück. Nix passierte… und so gewöhnte ich mir einen Gang an, der verhinderte, dass die Schmerzen überhand nahmen. Ich schaffte es sogar, so zu gehen, dass ich den Schmerz nicht mehr fühlte.

Aber dann bin ich gestolpert.. einfach so über einen Teppich in meiner Wohnung, und der Schmerz, der dann kam, war grauenhaft. Gehen war absolut unmöglich, meine Freundin brachte mir 2 Krücken, die sie hatte rüber, damit ging’s wieder einigermaßen. Das Gehen war an sich kein Problem, aber das Aufstehen hatte es in sich. Ich musste einen Schmerz überwinden, der sich durch den ganzen Körper zog. Aber aus meiner Sicht ging es nicht anders. Selbständig und mit einem Kind, da ist man einfach nicht krank, da geht es immer noch weiter. Dass meine Brust mittlerweile tierisch schmerzte bekam ich nur am Rande mit, das Bein tat zu weh. Rot war sie, die Brust, aha, entzündet war mein erster Gedanke, und so schmierte ich mir eine entzündungshemmende Salbe auf die Brust… Einbildung ist alles… der Schmerz verschwand. Zwar zog sich die Warze ein, aber was soll’s, damit konnte ich leben.

„Sie haben einen Muskelriss!“  Erste Diagnose, von einem Bekannten gestellt… war eben einfacher, als zum Arzt zu latschen…Also ab zum Sanitätshaus, Binde für den Oberschenkel geholt. Die ersten Minuten war’s klasse, aber dann kamen die Schmerzen immer stärker, waren nicht mehr auszuhalten, ich nahm die Binde ab.

Zweiter Versuch: „Sie haben eine Arthrose, sieht man deutlich auf dem Ultraschall. Ich gebe Ihnen Tabletten, und wenn´s nicht hilft müssen wir über eine künstliche Hüfte sprechen. Ansonsten müssen Sie lernen, mit diesen Schmerzen zu leben.“  … aha…

Irgendwo tief in mir sagte mir etwas, dass es nicht so einfach sein würde. Irgendwie ahnte ich, was kommen würde, und so schluckte ich die Tabletten, versuchte, mir einzubilden, dass sie halfen, aber diesmal wirkte es nicht wirklich….

„Waren Sie schon einmal bei einem Osteopathen?“ ein befreundeter Anwalt fragte mich und erzählte mir, wie gut sie seien, dass seiner Frau sehr gut geholfen wurde, die fast ein Jahr nicht gehen konnte vor Schmerzen… „Nur sechs Sitzungen, und dann sprang sie wieder herum, wie ein junges Reh!“

Jepp, das wollte ich auch so, also nix wie hin… Der Gute untersuchte, meinte, es könnte von der Hüfte kommen, wollte aber zuvor noch ein paar Röntgenbilder machen lassen. Mit der Überweisung ging ich los und wurde geröntgt, sollte im Anschluss noch auf den Arzt zur ersten unverbindlichen Diagnose warten. Er kam herein, sah sich die Aufnahmen an, wurde blass, meinte, es würde wirklich alles andere als gut aussehen und schickte mich los mit der Auflage, sofort zu meinem Osteopathen zu gehen. Ich ging.. besser gesagt, ich fuhr, und auf dem Weg dahin wusste ich schon bereits, was mich erwarten würde.

Mein Arzt sah sich die Aufnahmen an, meinte, da könne er mir wirklich nicht helfen, ich müsste sofort ins Krankenhaus in eine onkologische Abteilung… das Wort Onkologie sagte mir überhaupt nix… machte in der Tumorambulanz einen Termin für mich, nahm mich in die Arme, brachte mich zum Auto und sagte zu mir: „Seien Sie um Gottes Willen vorsichtig, Ihr Oberschenkel kann jeden Moment brechen!!“

Mir wurde schlecht….

Ich fuhr nach Hause, wartet einen Tag auf den Termin, ging dorthin, ignorierte mit aller Macht alles, was darauf hindeutete, dass hier die Krebsstation war, kämpfte mit dem Arzt darum, dass ich die Untersuchungen ambulant machen konnte, gab ihm meine Telefonnummer  von zu Hause und vom Büro und ging wieder.. Fuhr ins Büro, holte mein Kind von der Schule ab, machte die Hausarbeit, so gut es ging, holte meinen Lebensgefährten ab, der alte Trott ging weiter. Abgesehen davon, dass das Bein tierisch schmerzte, wenn ich aufstehen musste, abgesehen von der Angst, das Bein könnte brechen, abgesehen davon, dass mir die Lungen ein paar Mal ziemlich weh taten… alles ging so weiter, wie vorher… Kind zur Schule bringen, mit dem Lebensgefährten los…, ihn zur Arbeit, dann ab ins Büro… Kundenbesuche… Kind abholen von der Schule… alles war wie immer…

Montags rief er mich an, mein Onkologe, und bat mich, am nächsten Tag zu ihm zu kommen. Und da ging es mir doch schon so dreckig, dass ich meine Freundin bat, mich dorthin zu fahren… ich wollte einfach mal einen Ruhetag haben.

Morgens brachte ich noch mein Kind zur Schule, verabschiedete mich von meinem Lebensgefährten, stieg bei meiner Freundin ins Auto, und los ging’s. Mein Bein war mittlerweile stark geschwollen.. watt Wunder, ich lief ja mittlerweile 5 Monate so rum…

Eine Ultraschalluntersuchung wurde vorgenommen, ein Rollstuhl wurde heran gefahren, ich protestierte, ich konnte doch gehen!!!! Ich durfte aber nicht. Sie hatten eine tiefe Beinthrombose entdeckt. Der Arzt sah mich an:  „Ich nehme Sie hiermit stationär auf.“

Ich weinte, ich tobte, ich schrie, es ging doch nicht!!! Mein Kind wartete auf mich vor der Schule, in ein paar Wochen wollten wir umziehen… meine Kunden…es half nix, er blieb unerbittlich. Meine Freundin wartet draußen auf mich. „ Du hast doch nicht ernsthaft erwartet, dass sie dich hier wieder rauslassen?“ fragt sie mich  und schob mich zur Aufnahme. Letzte Instruktionen an sie, dann geht sie, um mein Kind ab zu holen, um meinen Lebensgefährten bescheid zu geben, und ab dann ist sie einfach nur da und hilft… einfach so, obwohl sie 2 kleine Kinder hat, allein stehend ist, sich um ihre Eltern kümmern muss, sie hilft.. einfach so…Wir soll ich ihr dafür nur jemals danken?

Meine Familie kommt zu mir ins Krankenhaus.. bis Ende der Woche muss ich bleiben, sage ich ihnen… es ist der 16. November 2006…es werden am Ende 6 Wochen…

Die Tage vergehen… Untersuchungen ohne Ende… und dann steht sie vor mir, die Stationsärztin. „Sie haben Brustkrebs, er ist nicht mehr heilbar, aber wir können ihn stoppen. Sie hatten auch mehrere Lungenembolien…“… Ach.. daher die Schmerzen…

„Wie hoch ist die Chance?“ frage ich sie. „ 70 bis 80 Prozent“

„Na denn,“ sage ich „Dann nehmen wir doch mal die 70 bis 80 Prozent hundertprozentig.“

Tja, da lag ich nun..  Kein Gefühl in mir.. keine Regung, außer vielleicht der Sorge: wie nehmen es meine beiden auf? Was danach kam habe ich bereits in einem anderen Kapitel mit der Überschrift : Das Lachen ist mein Leben geschrieben….

Was ist danach passiert?

Ich bekam im Krankenhaus wieder starke Blutungen, da ich ein Myom im Unterleib hatte. Nach der Entlassung, als mein Oberschenkel operiert worden war ( ein Gammanagel wurde eingesetzt, so viele Metastasen wie möglich ausgeschabt, und da ganze mit heißem Zement ausgefüllt ), musste ich noch zwei mal stationär aufgenommen werden, damit überprüft werden konnte, wie gut ich die Chemo- vertrug. Meine Blutungen wurden stärker… die Chemo- konnte ambulant durchgeführt werden, ich vertrug sie mehr als nur gut…

Zweimal kam der Krankenwagen zu uns nach Hause, um mich ins Krankenhaus zu fahren, um mich vor dem Verbluten zu bewahren. Sie wollten mich dabehalten, bis meine Chemo- zu Ende war, um mich gleich operieren zu können. Zweimal lies ich mich stabilisieren und ging 2 Tage später wieder nach Hause.

Im April war die Chemo- beendet…. Der Termin für die Operation war bereits für Mitte Mai festgelegt.. Meine Blutwerte waren grottenschlecht.. Mir wurde anheim getragen, mein Testament zu machen, und Vorsorge für mein Kind zu treffen. War alles schon passiert… Es war nicht das erste mal, dass ich dem Tod so nahe war. Aber ich war stark, ich war optimistisch, ich hatte keine Angst, ich war froh, diesen Riesenbrocken aus meinem Bauch zu kriegen, der mich aussehen lies, als ob ich hochschwanger sei.

Der Tag der Operation kam, die Ärzte waren nervös, sagten mit, sie hätten eine halbe Blutbank für mich bestellt, einen Tag zuvor wurden mir noch Blasenleiterschienen gelegt… ich war ruhig… keine Angst….

3 Tage Intensiv, das hatten sie gesagt… ha…. Eine Nacht, und ich ging wieder auf die Normalstation!  Ein Wunder sagten die Ärzte, das war ein glattes Wunder!!!  Einfach unglaublich!!! Meine Blutwerte waren genau an diesem Tag, zum richtigen Zeitpunkt geradezu spitzenmäßig!!!! Ich hatte etwas geschafft, was es zuvor noch nie gegeben hatte!!!

3 Wochen sollte ich bleiben… nach 5 Tagen fragte ich die Ärztin, ob ich wirklich noch bleiben müsse.. Sie lachte… ach bitte, noch einen Tag, sonst wird die Krankenkasse stutzig…

Ok…

Im Juni wurde mir die Brust abgenommen… Keinerlei Komplikationen…

Ab Juli Bestrahlungen… erst die Metastasen, dann die Brust, die Brust auf Drängen meiner Radiologin… meine Onkologen in der Tumorambulanz wollten für mich eigentlich nur noch das nötigste machen, nicht mehr das notwendige…. Aber ein Rezidiv wäre bei mir nicht mehr behandelbar. Ich habe einen inflammatorischen metastasiereden Brustkrebs.

Ende Juli erlitt ich einen Schlaganfall… einfach so… ich kam aus der Dusche, und plötzlich schlackerte mein Arm herunter… Genau an dem Tag, wo ich zum ersten Mal seit über einem Jahr mal wieder an den Strand wollte…. Ich fuhr auch mit meinem Sohn… nur, nach einer Stunde wurde mir mulmig, wir fuhren nach hause und ich ging zum Hausarzt…Überweisung zum Neurologen… der unterstellte mir erst mal, dass ich simulierte…. Nach einer Nervenmessung erkennt er eine Neuropathie und verschreibt mir Hammertabletten, ich hänge in der Nacht über der Toilette…

Dem Radiologen sage ich empört, dass ich diese Dinger nicht mehr nehmen will, er schickt mich zur MRT, und dort stellen sie den Schlaganfall fest… zu spät, als dass man noch etwas gegen die Ausfallerscheinungen machen kann…

Ja, und jetzt sitze ich hier, weiß, dass Ende November noch eine MRT gemacht werden muss, um sicher zu stellen, dass sich keine Metastasen im Kopf gebildet haben, aber was soll ich sagen…

Ich habe etliche Lungenembolien überlebt

Niemand hat geglaubt, dass ich das Krankenhaus  lebend verlassen würde, weder nach der Ersteinweisung, noch nach der Unterleibsoperation..

Ich habe den Schlaganfall einfach mal so weggesteckt…

Es geht mir gut

Ich habe keine Schmerzen

Ich habe keine Angst

Ich arbeite wieder

Und ich genieße das Leben

mal zwischendurch…

Oktober 8, 2007

Ich stelle voller Erstaunen fest, dass meine Seite doch sehr stark frequentiert wird.

Aus diesem Grund möchte ich mich in diese Kette einreihen, einfach, um zu sehen, wie die Resonanz auf mein Buch ist, ob vielleicht ein paar mehr Kommentare abgegeben werden…

also…

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Die Ewigkeit

Oktober 3, 2007

Ewigkeit, wer bist du?

Ewigkeit, was bist du?

Ewigkeit, wo bist du?

Ewigkeit, wie bist du?

Gibt es wirklich Antworten auf diese Fragen? Ich stehe davor, wissend, dass ich irgendwann  eintauchen werde in diese Ewigkeit, dass ich ein Teil von ihr werde. Werde ich  es wirklich?

Gekommen sind wir aus dem Nichts, entstanden durch Zufall und gehen werden wir auch.. dorthin, woher wir gekommen sind.. ist dies ein Nichts? Kann das wirklich sein? Woher sollen wir es wissen? Niemand kommt zurück, den Weg, den er gegangen ist, um uns zu berichten.

Und wir sind so weit weg vom natürlichen Leben. Wir haben uns eine Kunstwelt aufgebaut, mit Dingen, die es natürlicherweise gar nicht geben würde. Wir haben die Fähigkeit unseres Gehirns genutzt, Dinge zu entwickeln, die teilweise so abstrakt sind, dass viele von uns sie zwar nutzen, aber nicht wirklich verstehen können. Wir betrügen die Zeit, weil wir Fortbewegungsmittel nutzen, die den Raum kleiner machen, wir betrügen unsere Sinne und lassen uns Dinge vorgaukeln, die so gar nicht existieren, während die Dinge, die wir sehen sollten für uns überhaupt nicht mehr existieren; am Ende betrügen wir uns doch selber und  begreifen überhaupt nicht mehr, wie das Leben wirklich ist. Wir haben die Fähigkeit verloren, zu begreifen, was wir sehen, ja wir haben überhaupt die Fähigkeit verloren, richtig zu sehen. Das, was so notwendig ist, um dieses Leben zu leben, zu begreifen, zu fühlen.

Wie sollen wir da die Ewigkeit begreifen?

Jeder von uns strahlt Energien aus… das ist keine Behauptung, da ist sogar wissenschaftlich belegt…Energien, die von manchen Menschen gesehen werden können, von den meisten nicht, aber von einigen werden sie gesehen, und diese Menschen haben sogar die Fähigkeit, sie richtig auszuwerten und dem Gegenüber richtig zu begegnen. Sie ist da, diese Energie, aber wo bleibt sie, wenn wir sterben, wenn wir diese Art, zu leben, verlieren?

Ist sie um uns? Oder geht sie den Weg in die Ewigkeit? Aber wo ist sie, die Ewigkeit? Was ist sie? Sind wir schon ein Teil dieser Ewigkeit, gefangen in dem Hier und Jetzt, ohne es zu wissen? Könnten wir es wissen, wenn wir unseren Gefühlen, unseren Ahnungen mehr zutrauen würden? Warum haben wir davor so viel Angst? Tagtäglich nutzen wir unsere Gefühle…das kennen wir doch alle, wenn wir einen Menschen auf Anhieb mögen oder nicht mögen… so völlig ohne Grund, aber da hören wir auf sie, auf unsere Gefühle… und Recht haben wir, wenn wir so reagieren, da spüren wir sie, diese so genannte Chemie, diese Energie, die vom anderen ausgeht.

Um mich herum gibt es viel Energie, sehr viel. Ich spüre sie, ich rieche sie, ich atme sie, ich lebe durch sie.

Es fällt mir jetzt nicht leicht, das zu schreiben. Aber nicht zuletzt die Gespräche, die ich in de Radiologie mit meinem Arzt führte, ermutigen mich, diesen Schritt zu gehen.

„Machen Sie sich keinen Kopf darum, was die anderen glauben. Sie wissen es, ich weiß es, und das ist wichtig. Nichts anderes. Unwichtig, was die anderen glauben. Sie leben dadurch.“

Ich glaube.

Die Energie, die mich schützt, die bei mir ist, das, was hier Landläufig wohl als Schutzengel bezeichnet wird, diese Energie sehe ich, nur im Traum, in der Gestalt eines Indianers. Wenn es mir schlecht geht, wenn ich mich allein fühle, kommt er im Traum zu mir, sitzt bei mir… er sieht mich nicht an, er ist nur da. Still und schön und beruhigend.

In einem Bericht weiter unten, da, wo ich mich vorgestellt habe, schreibe ich von dieser dunklen gewaltigen Macht, die zu mir kam, da erste Mal abends, als ich  wach war, da kam er zu mir, dieser Indianer, nahm mich in seine Arme, und trug mich hoch, weg von dem Schmerz, weg von der Angst, dorthin, wo ich mich geborgen fühlte.

Als ich zur bereits zweiten Chemo- wieder ins Krankenhaus musste, als ich wieder gehen konnte, mühselig zwar, aber ich war stolz darauf, ging ich abends hinunter zum Raucherzimmer, um meinem Laster zu frönen. Das Zimmer war leer, ich setzte mich ans Fenster und schaute hinaus ins Dunkel. Und da kam ein Duft, ein unbeschreiblich schöner Duft, der mich warm umhüllte, ich reckte mich, um ihn möglich tief zu atmen, ich sah nach draußen, und sah ihn, den dunkeln Schatten, um mein Spiegelbild herum, gewaltig, stark, sanft; und dann sah ich, wirklich, ich sah, wie der Schatten in mich hinein glitt, ich sah es, ich fühlte es, diese Kraft, diese Wärme, diese Geborgenheit, irritiert stand ich auf. Was war passiert? Was bedeutete es? Ich ging auf die  Station, völlig benommen von dem erlebten, sah einen Krankenpfleger auf mich zukommen, lächelte ihn an… Er blieb stehen. „Mein Gott, wenn ich daran denke, wie Sie hier auf die Station gekommen sind… Sie sind ja das blühende Leben!“

Das blühende Leben…Er hatte mir mein Leben wiedergegeben. Auf Zeit, ich weiß es, aber ausgestattet mit soviel Stärke, mit der unglaublichen Möglichkeit, zu verstehen!!!!! Von da ab konnte ich sehen. Klarer und eindrucksvoller, als ich es bis dahin konnte. Es ist faszinierend, mit diesen Augen zu sehen, diese Augen, die auch die Augen meiner Seele sind. Ich sehe tiefer und klarer, ich verstehe die Menschen, mit denen ich umgehe, wie weit sie auch weg sein mögen so klar, als hätte ich sie bereits jahrelang gekannt. Ich spüre, was sie brauchen, was sie wollen, und ich schaffe es, ihnen gegenüber so aufzutreten, wie sie es sich in diesem Augenblick wünschen, oder wie sie es brauchen. Ich liebe sie, diese Art von Kommunikation, die das Zwischenmenschliche so unendlich viel schöner macht.

Es gab eine Zeit, sie ist noch nicht so lange her, da, wo mein Onkologe mir sagte, ich hätte wahrscheinlich Kopfmetastasen, eine Zeit, in der ich kennen gelernt habe, was wirkliche Todesangst ist. Eine Zeit, in der ich vor Entsetzen noch nicht einmal aus dem Haus gehen wollte, aus Angst, ich würde sterben, ohne meine Lieben zu sehen, eine Angst, in der ich mich von meinem Indianer verraten und verkauft fühlte.

Ich klagte ihn an, meine Kraft war geschwunden, nichts war mehr da.

Er kam, im Schlaf, da kam er wieder zu mir, nahm mich an die Hand –  zum ersten Mal berührte er mich – und führte mich zu einem Berg, der an seiner Spitze im rechten Winkel gebogen war, nach links gebogen war; und da wo, die Spitze aufhörte streckte sich ihm die Spitze eines anderen Berges entgegen…an der Stelle, wo sie sich trafen, genau in der Mitte, da sah ich das Zelt dieses Mannes, der mich dort hineinführen würde. Direkt auf der Mitteder Spitzen, in luftiger Höhe, weit und weich. Ich ging allein hinein, warf mich in warme Kissen, die das Zelt ausfüllten, sah mich um, und wirklich, ich dachte in diesem Moment, dass, wenn es das Ende sei, dass die Ewigkeit wunderschön sein muss.

Er rief mich hinaus… Komm…Ich gehe… fragend sehe ich ihn an…“Du bist willkommen, “ sagt er, „aber du musst nicht bleiben, du kannst kommen und gehen, wie du willst.“

Danke dir – ich danke dir.

„Was ist die Ewigkeit?“, frage ich ihn. „Zeige es mir, bitte.“

Diese Nacht habe ich geträumt. Wir gingen, irgendwo, da wo Berge und Felsen waren, wo viele Farben miteinander harmonisierten, fremd, völlig fremd, aber freundlich, einladend, wir gingen zu einem Felsen, er lehnte mich mit dem Rücken daran, ich entweiche meinem Körper, Sehe mich von außen, sehe, wie er sein Gewand über mich wirft.  Ich erschrecke, ich weiß, wenn er es wiederhaben will, habe ich nichts darunter anzuziehen, dann stehe ich nackt und bloß vor ihm, ich bekomme Angst, ich laufe los und renne in seine Arme, und er nimmt mich, er umarmt mich   und ich wache auf!

Die Ewigkeit, so zeigt sie mir doch!

Ich schlafe wieder ein… ich bin wieder an dem gleichen Ort, sein Gewand wärmt mich, nichts ist mehr schlimm. Er führt mich zu einer Wiege. Ein kleines Baby, ein süßes kleines Baby liegt da, lächelnd im Schlaf. Ich trete näher, will ihm den Schnuller geben, der neben dem Köpfchen liegt, da macht es die Augen auf, lacht mich an, und eine Stimme sagt zu mir: „ Nein, dass musst du nicht, die kleine Karin braucht das nicht.

Ich habe die Wahrheit geschrieben, nichts hinzugefügt und nichts ausgelassen. Ich beginne, zu ahnen, was sie ist, die Ewigkeit, und wo sie ist. Und wenn die Zeit für mich gekommen ist –  das weiß ich – werde ich bereit sein, weil ich alles getan haben werde, was ich tun musste, weil ich dann meine Aufgabe hier erfüllt haben werde.

Und ich werde gerne gehen, weil ich weiß, dass der Kreislauf des Lebens endlos ist, weil wir bereits in der Ewigkeit sind, ein Teil von ihr, und weil wir das Schöne sehen werden, weil wir immer da sein werden.