Es ist so, wie es ist

Februar 13, 2008

Eigentlich tut alles nur noch weh.. ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto leerer und trauriger wird es in mir.. Da baue ich mich auf, da kämpfe ich um mein Leben – versuche, meine Psyche zu stabilisieren – mir nichts anmerken zu lassen.. warum denn eigentlich…

Was für einen Sinn hat es..

Das selbst Betroffene ihr Ego voll austoben…. Ich, ich und noch mal ich.. lernt denn niemand dazu? Wie unglaublich oberflächlich können Menschen denn sein, dass sie negieren, was sie selbst – wenn auch in anderer Form – erlebt haben.. Die Geschichte wiederholt sich ständig…wen wundert es? Die Menschen lernen nicht dazu… oder es sind so verschwindend wenige, dass ich sie an einer Hand abzählen kann…

Dummheit, Ignoranz und Egoismus scheinen der Lebensinhalt der meisten zu sein…Was mir nicht passt, das will ich nicht…ohja, schöne Welt…

Ein kleines Spiel im Internet – ich spiele mit anderen zusammen und werde virtuell angesprochen.. eine freundliches Gegenüber – das tut gut… Irgendwann macht sich das schlechte Gewissen in mir breit.. was tust du diesem Mann an? Seine Vorstellung von dir sind falsch – leider – und ich gebe ihm diesen Link…. Einen Tag herrscht Ruhe.. Nichts wird gesagt – keine Nachricht kommt.

Am nächsten morgen habe ich eine Botschaft: Guten morgen, Sonnenschein, hast du gut geschlafen?

Da wird meine Seele gestreichelt von der Wärme, die da kommt – und für einen Augenblick bin ich wieder ein ganz normaler Mensch, der so gemocht wird, wie er ist. Wie sehr brauche ich diese Freundlichkeit, dass dieser Satz sich in mich eingelebt hat und mir die Kraft gibt, weiter zu machen, weiter zu kämpfen? Wie wenig Zuwendung erfahre ich, dass dieser Satz mich so süchtig macht nach Liebe und Geborgenheit? Guten morgen, Sonnenschein..

Ich wünsche dir auch einen guten morgen, mein Guter, ich wünsche, das für dich jeder morgen ein guter morgen wird. Ich wünsche mir, dass alle Menschen so miteinander umgehen – aumann, wie schön wäre das – so unbezahlbar wertvoll… ein Mensch, den ich nie kennen lernen werde, den ich nie sehen werde, der es überhaupt nicht nötig hätte, so freundlich zu sein – und der es aus freien Stücken macht – Ich danke dir –

Ein Dankeschön auch an die, die ich im Laufe meiner Erkrankung kennen gelernt habe, die für mich da sind – ich will sie nicht Kleinreden, denn sie sind großartig in alledem, was sie tun, wie sie versuchen, mich aufzubauen. Ich werde weitermachen, natürlich, ich werde kämpfen, ich werde jeden Tag genießen, so gut es geht. Und ich werde immer wieder lernen müssen, dass doch nicht alle so sind, wie ich glaube, dass sie sein müssten, dass ich sie so respektieren muss, wie sie sind, und keiner ist besser oder schlechter…Es ist nicht leicht…

Ich wusste nicht, dass Wölfe weinen können.

Bis zur bitteren Neige?

Februar 4, 2008

Ich bin so müde, so unendlich müde…
Warum kämpfe ich überhaupt, wenn mir nicht alles gegeben wird, was ich brauche? Warum ist es so? Soll ich keine wirkliche Chance bekommen? Oder soll es so sein?
“Warum trinkst du den Kelch immer bis zur bitteren Neige?”
Warum…
Mein kleines Kind sieht mir zu. “Was tust du da?”
Ich schreibe, mein Mädchen.. Ich schreibe uns die Vergangenheit von der Seele….
“Kannst du das? Erinnerst du dich?”
Nein, mein kleines Leben, erinnern tu ich mich nicht… ich spüre nur dem Schmerz in mir… ich schreibe uns den Schmerz von der Seele.. Von unseren Seelen…
“Warum?”
Weil ich dich jetzt mitnehmen will, aus dieser Höhle, in der das Blut von den Wänden tropft…tropf…tropf…tropf… Hinaus will ich dich bringen, dorthin, wo die Sonne scheint, mein kleines Kind.
“Warum?”
Damit du auch wieder lernen kannst, zu lachen, und dich am leben zu erfreuen – damit du deinen Frieden findest.
“Du schreibst jetzt aber nicht über die Vergangenheit.”

Nein, ich schreibe über das hier und jetzt, entstanden aus der Vergangenheit, ich schreibe mir hier und jetzt das Entsetzen von der Seele, damit ich wieder stark werden kann – und das Entsetzen, mein Kind, dort bist du gebunden, du musst dort hinaus. Wie soll ich weiterleben, wenn ich es nicht schaffe, dich dort raus zu holen?
“Es wird mich nicht gehen lassen, hörst du? Wenn ich gehe, dann ist seine Existenzberechtigung nicht mehr gegeben, dann ist es sinnlos für diese Höhle, noch weiter zu sein.”
“Ich will auch nicht hinaus – ich weiß nicht, wie es da draußen ist… sind dort andere Höhlen? Kann ich mich dann wieder verkriechen? In einer schöneren Höhle?”
Willst du nicht bei mit sein? Mit mir zusammen lachen und leben?
Das Kind lacht
“Aber, ich bin doch bei dir, ich bin du, und du bist ich. Wir sind eins, weist du das nicht?”
Dann komm mit mir, mein Kind.
Es sieht mich an. “Ich werde mit dir gehen – wenn die Zeit gekommen ist, werde ich mit dir gehen. Schreibe, schreibe… ich werde lesen und verstehen – und wenn die Zeit gekommen ist, wirst du verstehen:”
Wünsch mir Glück, mein Kind.