Bis zur bitteren Neige?

Februar 4, 2008

Ich bin so müde, so unendlich müde…
Warum kämpfe ich überhaupt, wenn mir nicht alles gegeben wird, was ich brauche? Warum ist es so? Soll ich keine wirkliche Chance bekommen? Oder soll es so sein?
“Warum trinkst du den Kelch immer bis zur bitteren Neige?”
Warum…
Mein kleines Kind sieht mir zu. “Was tust du da?”
Ich schreibe, mein Mädchen.. Ich schreibe uns die Vergangenheit von der Seele….
“Kannst du das? Erinnerst du dich?”
Nein, mein kleines Leben, erinnern tu ich mich nicht… ich spüre nur dem Schmerz in mir… ich schreibe uns den Schmerz von der Seele.. Von unseren Seelen…
“Warum?”
Weil ich dich jetzt mitnehmen will, aus dieser Höhle, in der das Blut von den Wänden tropft…tropf…tropf…tropf… Hinaus will ich dich bringen, dorthin, wo die Sonne scheint, mein kleines Kind.
“Warum?”
Damit du auch wieder lernen kannst, zu lachen, und dich am leben zu erfreuen – damit du deinen Frieden findest.
“Du schreibst jetzt aber nicht über die Vergangenheit.”

Nein, ich schreibe über das hier und jetzt, entstanden aus der Vergangenheit, ich schreibe mir hier und jetzt das Entsetzen von der Seele, damit ich wieder stark werden kann – und das Entsetzen, mein Kind, dort bist du gebunden, du musst dort hinaus. Wie soll ich weiterleben, wenn ich es nicht schaffe, dich dort raus zu holen?
“Es wird mich nicht gehen lassen, hörst du? Wenn ich gehe, dann ist seine Existenzberechtigung nicht mehr gegeben, dann ist es sinnlos für diese Höhle, noch weiter zu sein.”
“Ich will auch nicht hinaus – ich weiß nicht, wie es da draußen ist… sind dort andere Höhlen? Kann ich mich dann wieder verkriechen? In einer schöneren Höhle?”
Willst du nicht bei mit sein? Mit mir zusammen lachen und leben?
Das Kind lacht
“Aber, ich bin doch bei dir, ich bin du, und du bist ich. Wir sind eins, weist du das nicht?”
Dann komm mit mir, mein Kind.
Es sieht mich an. “Ich werde mit dir gehen – wenn die Zeit gekommen ist, werde ich mit dir gehen. Schreibe, schreibe… ich werde lesen und verstehen – und wenn die Zeit gekommen ist, wirst du verstehen:”
Wünsch mir Glück, mein Kind.

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