ein neues Jahr

Dezember 30, 2008

Es ist mal wieder soweit – das Jahr neigt sich dem Ende zu – unwiderruflich geht es den Weg allen irdischen – es wird gehen – uns in Erinnerung bleiben als gute oder schlechte Zeiten – und wenn nach eigenem Ermessen nichts besonderes passiert ist, dann hinterlässt es einen eher schalen Beigeschmack nach dem traurigen Nichts – dem schlechten Gewissen, dass wir schon wieder nicht getan haben, was wir hätten tun sollen oder wollen. Was auch immer – wir können es nicht wiederholen, nicht rückgängig machen – morgen Nacht wird das alte Jahr sterben und nur noch Erinnerung sein.

Und kaum, dass es gestorben ist, da feiern wir das Neue Jahr – frisch geboren und heftigst vorbelastet. Wir wünschen uns alles Gute und wissen doch tief in uns, dass nichts mehr gut werden kann. Zu tief stecken wir im Moder – der ganze Globus brodelt und kann doch nur noch notdürftig geflickt werden. Was machen wir uns denn eigentlich vor? Was soll denn noch gut werden? Für den Einzelnen – klar – da kann es Einschneidendes geben – ob positiv oder negativ, das sei dahin gestellt.

Aber die Welt in der wir leben, die Welt, der wir verpflichtet sind, sorgsam mit ihr um zu gehen – diese Welt geht sang und klanglos – wie sagen wir so schön? Den Bach runter geht sie, durch Umweltverschmutzungen – durch Raubbau – durch Kriege…

Und wenn noch so viele Wissenschaftler neue Erkenntnisse produzieren, es ist nur die Hoffnung, uns zum Stillhalten zu bringen – wo unser Leben doch so danach ausgerichtet ist, immer nach den neuesten Erkenntnissen zu leben – klar – das ja „in“…

Und wenn auch so viele Menschen sich biologisch gesund ernähren wollen – ja, wie denn? Wo unser Boden, unsere Luft und unser Wasser unter dauernder Vergiftung zu leiden haben? Und selbst, wenn es ginge – wenn! – so könnten doch bei weitem nicht alle Menschen ausreichend ernährt werden können – biologisch gesund ernährt werden können…Aber das ist uns ja eigentlich auch egal, nicht wahr? Hauptsache wir können es uns leisten.

Komisch – diese Denkstruktur durchzieht eigentlich alle Köpfe… diese Sankt Florians Prinzip… egal, wen es trifft… Hauptsache nicht mich…Ahso.. deshalb regen wir uns auch nicht über die Politiker auf, die schon lange nicht mehr in unserem Interesse regieren – deren einziges Interesse ihr Machterhalt ist – ungefähr so, wie bei allen anderen so genannten Grossen, Reichen – Prominenten – ihr Leben ist zu einer einzigen großen Orgie geworden – mit uns als Zuschauern, die hin und wieder versuchen, einen Bissen zu ergattern – deren einziger Traum es ist, an dieser Orgie teilnehmen zu dürfen.. irgendwann einmal.. vielleicht…

Ist es das, was wir uns wünschen mit dem Ausspruch: alles Gute fürs Neue Jahr? Wünschen wir uns, mitfeiern zu können, während die Welt um uns herum zerbricht?

Dann macht so weiter – feiert euren eigenen Untergang – die großen, alten Kulturen haben es uns ja erfolgreich vorgemacht – die Chinesen – die Ägypter – die Römer… die Geschichte wiederholt sich eben. Lasst uns unseren Untergang feiern – lasst uns feiern, dass wir uns erfolgreich selbst zerstören. Und glaubt bloß nicht daran, dass ich geheilt wurde – sowatt gibbet nich… schaut euch diese Seite an und wartet darauf, dass ich sterben werde – werde ich mit Sicherheit – wie jeder andere Mensch auch – und in vielen, vielen Jahren, wenn ich dann tatsächlich diese Leben beende, dann könnt ihr triumphierend sagen: ha! Ich hab’s doch gewusst!

Wenn die Welt dann noch so ist, wie sie jetzt ist…

Na, denn – 2009 – ich heiße dich willkommen.

Weihnachten

Dezember 11, 2008

Was für ein wunderbarer Nachmittag ist das heute…

…wenn ich ehrlich bin… die ganze letzte Zeit war schön – kein Streit, kein Gequake, kein Stress – ich lasse mich einfach nicht mehr stressen…

Ich lasse mich auch nicht mehr ärgern – warum auch – es ist ja alles nur ein Spiel, was hier läuft – ein recht eigenartiges Spiel, zugegeben, aber so soll es ja sein. Hier zuhause genießen wir einfach die schöne Zeit. Es ist Adventszeit. Und zum ersten Mal in meinem Leben freue ich mich auf Weihnachten – zum ersten Mal in meinem Leben schenke ich mit Freuden. Ich genieße diese Zeit und ich wünsche mir, dass es so weitergehen wird, dass sich meine Wünsche erfüllen werden, dass ich meinen Weg gehen werde, so, wie ich ihn gehen sollte.

Ich spüre die Hektik um mich herum – sie haben alle keine Zeit, sie müssen schmücken, kaufen, feiern… müssen sie wohl… wir selbst haben nicht geschmückt. Wir wollen es alle nicht. Das friedliche Gefühl in uns ist so überwältigend stark, dass wir nichts mehr benötigen, um uns auf den Heiligen Abend vorzubereiten. Ich freue mich unglaublich darüber, dass alles so gekommen ist, wie es gekommen ist – dass ich wegen einer Portentzündung seit 4 Wochen keine Therapie mache – die Entzündung ist jetzt weg, aber einen Termin bei meinem Onkologen zu bekommen.. auweia.. ach, was soll’s, mir geht es gut – die anderen brauchen ihn notwendiger. Er ist ein feiner Mensch, mein Onkologe – schön, dass es solche Menschen wie ihn auch gibt – so einfühlsam und doch so voller Leben. Ein Mensch, der seine Schultern zum Anlehnen anbietet – sie brauchen ihn mehr als ich – ich habe ja eine Schulter – achwatt, viele Schultern hab ich, an die ich mich anlehnen darf, wenn ich will. Ich muss nicht mehr die Starke spielen, ich bin sie jetzt – mit dem sicheren Hintergrund, geborgen zu sein, weinen zu dürfen, wenn mir nach weinen zumute ist, schwach sein zu dürfen, wenn ich schwach bin – ja, da ist es so einfach, wirklich stark zu sein. Ich bin aufgestanden, erwacht aus einem langen Schlaf. Ich darf noch einmal von vorne anfangen….

Am ersten Weihnachtstag werde ich, ganz für mich alleine, eine Kerze anzünden und meine Wiedergeburt feiern – mein zweites Leben, ich darf es in diesem ersten Leben erleben…

Was passiert mir? Es ist so unfassbar schön und friedlich – und das wünsche ich euch auch, euch allen, die ihr hier lest – ich wünsche euch aus ganzem Herzen, dass Weihnachten das für euch wird, was es sein sollte – die Erinnerung an den einen, der damals geboren wurde, um uns zu zeigen, wie schön das Leben sein kann. Holt sie hoch, die Erinnerung – sie steckt in euch, weitergegeben über Generationen, tief in euren Herzen.

und auch für meinen wunderbaren Schutzengel, für meinen Indianer

Frohe Weihnachten